Mehrere Unnaer Schulen dienen als nächtlicher Treffpunkt

rnLärm und Müll

Die Falkschule ist nicht der einzige Treffpunkt für Jugendliche, die auch nachts noch unterwegs sind. Auch Anlieger des Ernst-Barlach-Gymnasiums beklagen sich über solche Treffen. Polizei und Stadtverwaltung suchen gemeinsam nach Lösungen.

Unna

, 03.08.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nächte sind warm und trocken, Unnas Jugendliche genießen die Sommerferien. Junge Leute, denen ihr Elternhaus die nötigen Freiheiten gibt, ziehen deswegen auch nachts noch los, um sich mit Freunden zu treffen. Und ihr Anlaufpunkt sind trotz der Sommerferien die Schulen. Hier kennen sie sich aus, hier fühlen sie sich wohl und auch unbeobachtet. Und deswegen sind sie auch nicht leise.

Nachdem sich jüngst Anwohner rund um die Falkschule über solche lauten Treffen beklagt hatten und unsere Zeitung darüber berichtete, kommen ähnliche Hinweise nun auch vom Ernst-Barlach-Gymnasium. Anwohner klagen über regelmäßigen Krach zwischen Mitternacht und 2.30 Uhr. Der entstehe nicht nur durch „Gegröle“, sondern auch durch Fußballspielen. Regelmäßig rufen die Anwohner die Polizei mit der Bitte, den Jugendlichen Platzverweise zu erteilen. Sie erklären, die Stadt Unna habe dazu geraten. Die Polizei aber fühlt sich nicht zuständig. Sprecherin Vera Howanietz erklärt, dass die Zuständigkeit grundsätzlich beim Ordnungsamt liege. „Wenn irgendwo laut gefeiert wird, kommen wir natürlich. Aber wenn es sich um ein grundsätzliches Problem handelt, ist die Stadt gefragt.“

Die Anwohner fühlen sich mit dem Problem im Stich gelassen, von A nach B geschickt und wieder zurück. Sie fordern in einer E-Mail an unsere Redaktion, die Stadt Unna müsse „endlich Verantwortung übernehmen“. Tatsächlich haben die Stadtverwaltung und die Polizei das Problem nicht nur wahrgenommen – beide suchen auch schon nach Lösungen. „Bedingt durch das aktuelle Sommerwetter in Verbindung mit den Schulferien kommt es zurzeit verstärkt vor, dass Jugendliche sich an diesen Orten treffen. Die Schulverwaltung und auch das Ordnungsamt der Stadt sind hierzu in Gesprächen mit der Polizei. Die Verwaltung wird diese Thematik auch in die Gespräche der gemeinsamen Ordnungspartnerschaft mit der Polizei einbringen“, erklärt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Und auch Vera Howanietz bestätigt, dass es bereits Gespräche gibt.

Eine Lösung liegt allerdings nicht auf der Hand. Die Polizei-Sprecherin verweist darauf, dass es für Jugendliche kaum andere Treffmöglichkeiten gebe. Fakt aber ist, dass die nächtlichen Treffen nicht nur die Anwohner stören. In der Regel bleibt auch viel Unrat auf den Schulhöfen zurück, mitunter auch zerbrochene Glasflaschen. Diesen Müll müssen dann die Hausmeister beseitigen.