Melissa Heiduk beweist bei X-Factor ihr großes Talent

Stimmgewalt und Schlabberpulli

Mit dem beigen Schlabberpulli und der rahmenlosen Brille sieht sie unscheinbar aus. Und genau so tritt sie vor die Jury. Die Bochumerin Melissa Heiduk steht auf der X-Factor-Bühne. Und singt. Und wie. Als sie die ersten Töne von „Breathe Easy“ der britischen Boyband Blue anstimmt, sind Publikum und Jury gleichermaßen begeistert. Das Ticket zur nächsten Runde ist gelöst. Aber wie geht es weiter für die Bochumerin?

BOCHUM

von von Nadine Schulte

, 13.09.2012, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Melissa Heiduk beweist bei X-Factor ihr großes Talent

Beim Casting begeistert Melissa Heiduk Jury und Publikum gleichermaßen.

Sie war beim Casting der „Star-Fabriken“ Deutschland sucht den Superstar (DSDS), beim Supertalent und bei „The Voice of Germany“. Bei DSDS schaffte sie es sogar in den Recall, doch dann war plötzlich Schluss. Sie passe nicht ins Schema, habe man ihr mitgeteilt, erzählt die 22-Jährige. Bei X-Factor wollte sie es zunächst gar nicht versuchen. „Am Morgen des Castings habe ich mich dann aber ganz spontan entschieden, doch hinzugehen“, sagt Melissa. Das große Ziel zu gewinnen, sei dabei für sie nebensächlich. „Ich wollte wenigstens einmal im Fernsehen gezeigt werden.“ Hinter den Kulissen der Castingshows kennt sie sich mittlerweile gut aus. Die Leute würden Durchdrehen vor lauter Nervosität, erklärt Melissa.

Zwar stieß ihr legeres Outfit bei der Jury rund um Sängerin Sarah Connor auf Verwunderung, trotzdem besannen sich die Juroren auf ihre Stimme – und schickten Melissa in die nächste Runde. „Was mir nicht gefällt, das zieh ich auch nicht an“, sagt sie. Ein klares Statement – eines, das auch für die nächste Folge gelten soll. Melissa bleibt sich treu. Deswegen hat sie auch eine klare Meinung zu der Frage, ob sie jemals zu einem Lady-Gaga-Song über die Bühne fegen wird: „Nein!“ Mit gaga’scher Popmusik kann sie nichts anfangen, vielmehr bezeichnet sich Melissa als eingefleischter Oldie-Fan. Vor allem Künstler wie Bruce Springsteen und die Bee Gees haben es ihr angetan. Wenn es um aktuelle Musik aus den Charts geht, lässt sich Melissa nur von der stimmgewaltigen Britin Adele begeistern. Sich selbst konnte Melissa auf der großen X-Factor-Bühne kaum überzeugen. „Ich fand‘s nicht so grandios“, urteilt sie über ihren eigenen Auftritt.

Die Aufregung habe sich in ihrer Stimme doch bemerkbar gemacht. Die Jury sah das aber anders. Vor allem für Ex-Rapper und Produzent Moses Pelham war die Sache schnell klar. Er stellte als erster der vier Juroren sein X auf und gab somit seine Stimme für Melissa. Deswegen hofft sie auch, dass Moses ihre Gruppe „Sängerinnen 16-24“ für das Juryhaus übernimmt. Wenn sie es bis dahin schafft – zunächst muss sie im Bootcamp überzeugen. Auch wenn Melissas Ehrgeiz nach dem Erfolg im Casting geweckt ist und sie für den Sieg kämpfen will, hat sie bereits konkrete Pläne für die Zukunft – ob mit oder ohne X-Factor. Im Oktober und Dezember wird sie bei der Session-Possible-Tour von Wolf Codera dabei sein. Ein weiteres Etappenziel der Musikkarriere soll die Gründung einer eigenen Band sein. Auch die Zusammenarbeit mit einem Songwriter kann sie sich gut vorstellen. Denn ein kleines Problem hat die Musikerin, die ein bisschen Gitarre und Keyboard spielten kann: „Texte schreiben ist nicht mein Ding.“

Am Sonntag, 30. September, ist Melissa wieder zu sehen, dann wird von VOX der Start des Bootcamps ausgestrahlt. Bis dahin stehen an den kommenden zwei Sonntagen noch Casting-Runden an, womit sich die Konkurrenz für Melissa noch vergrößert. Wenn sie weiterhin überzeugen kann und es auch ins Juryhaus schafft, wird sie mit einem der Juroren zusammenarbeiten und mit den restlichen Kandidaten für die großen Live-Shows gecoacht.