Menden: Hunderte Menschen suchen nach vermisster Lia (10) – gewaltige Hilfsbereitschaft

Vermissten-Suche

Polizei, Feuerwehr und viele Freiwillige suchen in Menden seit zwei Tagen nach Lia (10). Dabei brachten sich einige Helfer selbst in Gefahr. Ein Fundstück im Fluss hat nichts mit Lia zu tun.

Menden

03.02.2020, 08:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Menden: Hunderte Menschen suchen nach vermisster Lia (10) – gewaltige Hilfsbereitschaft

Lia (10) wird seit Samstag (1.2.) vermisst. © picture alliance/dpa

Die zehnjährige Lia aus Menden im Sauerland wird weiter vermisst. Seit Samstag (1.2) wird nach dem Kind gesucht. Das Mädchen heißt Lia und war in einem unbeobachteten Moment aus der Wohnung der Eltern verschwunden und vermutlich in einem rosafarbenen Pyjama und barfuß unterwegs. Die Zehnjährige ist laut Polizei Autistin.

Polizei dementiert Entführung

Wie die Polizei am Montag mitteilte, wird weiterhin mit Nachdruck im Wohn- bzw. im sozialen Umfeld der Familie der Gesuchten ermittelt. Gerüchten, dass es sich um eine Entführung handelt, widersprechen die Beamten: „Es gibt keinerlei Hinweise oder Spuren, die diesen Verdacht auch nur annähernd zulassen würden“, so die Polizei.

Menden: Hunderte Menschen suchen nach vermisster Lia (10) – gewaltige Hilfsbereitschaft

Lia (10) wird seit Samstag (1.2.) vermisst. © Polizei

Bei der Suchaktion wurde am Montag ein Fundstück im Fluss geborgen. Passanten hatten einen lilafarbenen Gegenstand in der Mitte des Flusses gemeldet. Wegen der starken Strömung war die Bergung des Objektes schwierig. Um was es sich handelte und ob es einen Zusammenhang zu dem gesuchten Kind gab, war zunächst ungewiss.

Strömungsretter aus Hagen fischten den Gegenstand am Mittag in der Nähe einer Brücke aus dem Fluss. Es stelle sich heraus, dass es sich um einen Schlafsack handelte, der nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat.

In der Innenstadt von Menden wurden Fahndungsplakate, Flugblätter und weitere Fotos von dem Kind verteilt, wie die Polizei schilderte. Freunde, Bekannte und Nachbarn wurden befragt - etwa nach Plätzen im Wald, wo die Zehnjährige gerne spielt und sich möglicherweise verborgen halten könnte.

Versteckt oder in den Fluss gefallen?

Ein Großaufgebot von mehr als 400 Helfern hatte bereits am Wochenende nach dem Kind gesucht. Die Polizei schließt nicht aus, dass es in einen nahe gelegenen Fluss gefallen ist. Die Hönne, die unmittelbar am Elternhaus vorbeifließe, führe derzeit reichlich Wasser, hatte ein Polizeisprecher erklärt. Das scheue Mädchen könne sich aber auch versteckt haben, hieß es am Sonntag. Der Einsatz mehrerer Spürhunde und eines Polizeihubschraubers blieb am Wochenende ohne Erfolg.

Hubschrauber und Bereitschaftspolizei am Montag wieder im Einsatz

Am Sonntagnachmittag stellte die Polizei die Suche in der Hönne mit den Sonar-Booten ein. Im Verlaufe des Montagvormittags suchen jetzt u.a. Beamte der Bereitschaftspolizei Wuppertal die Wehre ab. Ein Polizeihubschrauber wird aufgrund des leicht gesunkenen Wasserstands erneut den Verlauf der Hönne sowie die Ruhr in Richtung Schwerte absuchen. Auch eine Flugdrohne war im Einsatz.

„Das Problem ist, dass wir weiter keinen konkreten Hinweis auf den Aufenthaltsort des Mädchens haben. Und wir sind jedem einzelnen Hinweis nachgegangen“, sagte der Polizeisprecher. Die Suche an den Wehren laufe mit Fahrzeugen und vor allem zu Fuß und sei nicht ohne Risiko. Viele Stellen seien schwer, manche gar nicht zugängig.

Viele Helfer brachten sich selbst in Gefahr

Viele Privatpersonen beteiligen sich bereits am Wochenende an der Suche nach dem Mädchen, brachten sich dabei aber offenbar selbst in Gefahr. Die Feuerwehr appelliert mit einer Nachricht via Twitter am Sonntag: „Bitte bringt Euch bei der Suche nicht in Gefahr! Haltet Euch von den Ufern der Hönne und den Schienenbereichen der DB fern!“

Polizei bittet um Hinweise unter der Notrufnummer 110

Bei den Gerüchten, dass das Mädchen zwischenzeitlich aufgetaucht sei, handele es sich leider um eine Falsch-Meldung, teilt die Polizei mit. Deswegen werden Hinweise von Zeugen unter der Notrufnummer 110 weiter entgegengenommen.


Beschreibung des gesuchten Mädchens

Das Mädchen trägt einen rosa-pinkfarbenen Pyjama, ist barfuß unterwegs, hat dunkle, lockige Haare und ist circa 1,20 Meter groß.

kar/dpa/iri

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