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Mengederin strickt gegen graue Straßen an

"Guerilla-Knitting"

Brundhild Mescher-Ubachs (56) mag Farben. Ihr Problem: Mengede, und dabei vor allem die Mengeder Straße, hat zuwenig davon, zu wenig Farben. Die immer wieder enttäuschte Hoffnungen, Politik und Verwaltung könnten von sich aus Mengede bunter machen, haben Brunhild Mescher-Ubachs jretzt "radikalisiert".

MENGEDE

von Von Holger Bergmann

, 22.05.2011
Mengederin strickt gegen graue Straßen an

Kenner werden meckern: »Die Fäden sind ja gar nicht vernäht«. Stimmt nicht Brunhild Mescher-Ubachs und ihre Genossin Nanny Twelkemeyer (76) hab die Fäden extra offen gelassen, damit man das Strickwerk an den Laternenpfahl binden kann.

Jetzt hat die Geschäftsfrau getreue Gleichgesinnte um sich geschart, um die bunte Revolution selber zu starten. Die Waffen der Gruppe sind Stricknadeln, ihre Munition ist Wolle - am liebsten in den grellen Farben der Marke "New Leggero" - synthetisch, wetterfest, haltbar. Ihr Kampf folgt den urbanen Taktiken des "Guerilla-Strickens". Am Freitag gab es die erste Offensive."Geschickt eingefädelt" "Geschickt eingefädelt" heißt das Fachgeschäft für Handarbeit an der Mengeder Straße 710, dort treffen sich regelmäßig vier Damen zum Guerilla-Stricken. Die gesammelten Werke wurden wochenlang gesammelt und vorbereitet.

 Seit Freitag wärmen die bunten Strickwaren Straßenlampen, Poller und die Stangen von Verkehrszeichen. Jetzt hat die Mengeder Straße Farbe, die Besucher von Mengede können nicht mehr einfach den Blick abwenden.

"Wir hatten hier so lange eine Baustelle, und als die Baustelle fertig war, war das höchste, das wir bekamen, dass die Schilder wieder gerade gerückt wurden", schildert Brunhild Mescher-Ubachs den Beginn einer Entwicklung die dazu führte, dass sie zur Strick-Nadel griff.

Keine Mengeder Erfindung Guerilla-Stricken ist keine Mengeder Erfindung, bereits seit Jahren gibt es das "Guerilla-Knitting" in den USA und England. Dort werden im großen Stile Skulturen, Fahrzeuge oder ganze Bäume in öffentlichen Räumen eingestrickt.

Brunhild Mescher-Ubachs verzichtete bei ihrer Aktion weitgehend auf den Reiz des Verbotenen und fragte vorher bei der Stadt Dortmund nach, was erlaubt sei. Außerdem fand die Aktion bei Tageslicht statt.

Trotzdem hofft Brunhild Mescher-Ubachs, dass das Guerilla-Stricken für Aufmerksamkeit sorgt. "Die Ecke Mengeder Straße / JonathanStraße muss dringend neu gestaltet werden.

Ich könnte mir da einen Brunnen vorstellen." Da wird die Stadt Dortmund vermutlich lange dran stricken müssen.

 

 

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