Mengedes blaue Welle bekommt neuen Lack

Vorläufer der Emscherkunst

Die Emscherkunst hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Doch schon vorher gab es Kunst an der Emscher: die blaue Welle des Castrop-Rauxeler Künstlers Jan Bormann. An diesen Kunstwerken aus dem Jahr 2004 nagt der Zahn der Zeit. Bormann kämpft um den Erhalt seiner Kunst - auch um die blaue Welle in Mengede.

MENGEDE

, 12.08.2016, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Balkone der Emscherbrücker an der Waltroper Straße waren die Idee von Jan Bormann und werden renoviert.

Die Balkone der Emscherbrücker an der Waltroper Straße waren die Idee von Jan Bormann und werden renoviert.

Bereits im Vorfeld des Projektes hatte die Ankündigung der Emscherkunst das Interesse des Castrop-Rauxeler Künstlers Jan Bormann (77) geweckt. Denn die Idee, den sich wandelnden und immer freundlicher werdenden Fluss künstlerisch zu begleiten und weiter aufzuwerten, ist nicht neu. Bereits im Jahr 2004 bekam Jan Bormann den Auftrag für eine erste Form der Emscherkunst. Er sollte eine Gestaltung für dem Emscher-Radweg entwerfen.

Das Ergebnis seines Schaffensprozesses war die „Blaue Welle“ – eine Serie wiederkehrender Gestaltungselemente, die den Radfahrern auf dem Weg durch das Emschertal den Weg wiesen. Die Blaue Welle mit ihren lasergeschnittenen und lackierten Edelstahl-Streifen sollte den Fluss symbolisieren. „Der Wiedererkennungswert stand im Vordergrund der Arbeit“, sagt der Künstler. Bormann sieht sich als Pionier der „Emscherkunst“.

Abstrakte Orsteingangsschilder

Auf dem Weg des Emscherradweges liegt auch die Brücke an der Waltroper Straße. Sie gestaltete Bormann als neues Eingangstor für Mengede, mit stark abstrahierter Ortsein- und Ausgangs-Symbolen.

Seit 2004 haben die Zeit, das Wetter, etliche Schmierer und Autofahrer auf Abwegen ihre Spuren auf diesen Gestaltungselementen hinterlassen. Für Jan Bormann war es selbstverständlich, dass sein Werk im Rahmen der Emscherkunst wieder erneuert wird.

Ein Missverständnis, wie sich herausstellte. Denn Bormanns Blaue Welle wurde von der Emschergenossenschaft weniger als Kunst-Installation, sondern als Signet und damit als Teil der Infrastruktur verstanden. Deshalb gab es keinen Plan, die Welle als Teil der Emscherkunst zu betrachten. 

Neue Farbe gegen Graffiti

Doch Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, kann Jan Bormann eine freudige Nachricht überbringen. Auf Anfrage dieser Redaktion recherchierte Abawi, welche Pläne es in der Emschergenossenschaft für die Blaue Welle gibt. Wie erwartet wurde er in der Abteilung „Emscherkunst“ nicht fündig. Dafür aber im Wegemanagement. Dort gibt es einen Plan: Es soll eine Erneuerung der Blauen Welle geben. Die ramponierten Elemente sollen mit Anti-Graffiti-Farbe gestrichen werden. 

Es wird allerdings noch ein wenig dauern, denn die Emschergenossenschaft ist dazu verpflichtet, solche Arbeiten auszuschreiben. Erst, wenn sich mindestens drei Unternehmen für die Arbeit beworben haben, kann der Auftrag erfolgen. Doch dann werden die Emscher-Radler wieder an frischen Wegmarken entlang fahren. 

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