Mensch, Rüdiger!

Sven Stricker

Zwei Männer in der Blüte ihres Lebens – doch leider welkt genau dieses Leben irgendwie so vor sich hin. Rüdigers Ehe ist alles andere als glücklich, genauso sieht es in seinem Beruf aus: Als Lehrer ist er eine glatte Niete und kreuzunglücklich. Dann erwischt er seine Frau noch mit ihrem Liebhaber im ehelichen Schlafzimmer.

17.10.2017, 09:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch in Toms Leben sieht es alles andere als rosig aus. Als Schriftsteller ist er gescheitert, denn nach dem Erstlingserfolg will ihm einfach nichts mehr einfallen. Bezugspersonen gibt es keine. Und sein Job im Supermarkt? Schwamm drüber.

So treffen sich eines Abends Tom und Rüdiger auf einer Brücke, beide mit dem Plan, in die Tiefe zu springen. Was in die Tiefe fällt, ist Toms Rucksack samt Laptop und Geldbörse. Die beiden Männer springen nicht, sondern geben sich noch ein paar Tage Zeit, um gemeinsam erdachte Aufgaben zu bewältigen. Schaffen sie es nicht – dann gibt es ein Wiedersehen auf der Brücke.

Zwei verkorkste Schicksale

Sven Stricker gelingt in „Mensch, Rüdiger!“, was nicht viele Autoren schaffen – mit Empathie und gleichzeitig trockenem Humor die Geschichte zweier verkorkster Schicksale zu erzählen. Nicht nur diese Geschichte selbst ist lesenswert, vor allem Strickers feine und geistreiche Formulierkunst macht Spaß.

Und irgendwie möchte man Tom und Rüdiger gleichzeitig schütteln und in den Arm nehmen. Ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

Sven Stricker: Mensch, Rüdiger!, 415 S., Rowohlt, 9,99 Euro, ISBN 978-3-499-29078-7.