Mercatorhalle mit Wagner-Gala wiedereröffnet

Duisburger Philharmoniker

"Dich, teure Halle, grüß' ich wieder" hieß es Mittwoch und Donnerstag in der Mercatorhalle im Duisburger City-Palais, wobei das teuer im doppelten Wortsinn zu verstehen war. Denn über die aus dem "Tannhäuser" stammende Wertschätzung hinaus klangen bei der Wagner-Gala zur Wiedereröffnung des großen Saals die 16 Millionen Euro mit, die die Sanierung mit Planungskosten verschlungen hat.

DUISBURG

, 08.09.2016, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mercatorhalle mit Wagner-Gala wiedereröffnet

Nach vier Jahren Renovierung ist die Mercatorhalle wieder in Betrieb.

Vier Jahre lang war der erst 2007 in Betrieb genommene Konzertsaal geschlossen, nachdem im August 2012 zunächst erhebliche Brandschutzmängel entdeckt worden waren.

Dann taten sich, so der für die Projektsteuerung verantwortliche Kulturdezernent Thomas Krützberg auf Nachfrage, immer weitere Schäden auf: Mehr als 1200 erhebliche Mängel. Gegen die für den Bauskandal verantwortlichen Planer und Sachverständigen laufen seit 2014 mehrere Klagen.

Explodierende Freude

Das alles machte die an beiden Tagen ausverkaufte Gala mit Bayreuth-erprobten Solisten und glänzend aufgelegten Duisburger Philharmonikern vergessen. Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi stürmte mit strahlendem Lächeln aufs Podium und füllte die Halle im "Meistersinger"-Vorspiel mit großem, schwelgerischen Klang.

Sopranistin Anja Kampe war in Elisabeths Hallenarie ganz explodierende Freude und magisch in Isoldes Liebestod. In der dritten Szene aus dem ersten "Walküren"-Akt stellte sie als Sieglinde den statischen wie angestrengten Tenor Torsten Kerl als Siegmund in den Schatten, der, als etwas indisponiert angekündigt, zuvor schon in Rienzis Gebiet recht blass geblieben war.

Orchester drehte mächtig auf

Der tiefe Bariton John Lundgren zog das Publikum im dämonisch und packend vorgetragenen Holländer-Monolog und als balsamischer Wotan in Bann.

Das mächtig aufdrehende Orchester war für ihn kein Problem - ansonsten aber schon. Nicht selten gewann man den Eindruck, die Philharmoniker wähnten sich noch in ihrem plüschigen Ausweichquartier im Theater am Marientor und nicht auf der Bühne der neuen Mercatorhalle mit ihrer offenen, präsenten Akustik.

WDR 3 sendet den Mitschnitt am Montag (12.9.) ab 20 Uhr.