Merkwürdige Untermieter

WITTEN Der Schrank quillt über - Kuscheltiere, Schals, Handys, Regenschirme, oben auf dem Schrank liegen Radkappen. Normales Durcheinander im Fundbüro. RN-Volontärin Julia Reidegeld durfte einen Blick auf die verlorengegangenen Gegenstände werfen - und hörte manche kuriose Geschichte.

von Von Julia Reidegeld

, 25.08.2007, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Zurzeit lagern um die 465 Teile und es werden jeden Tag mehr", erklärt Birgit Bogner-Matthes und schließt den Schrank wieder. Sie geht zu ihrem Schreibtisch und tippt neue Sachen in den Computer ein. Sachen, die Bürger bei ihr abgegeben haben. Sachen, die ihnen nicht gehören, die sie fanden.

Das Wittener Fundbüro ist quasi ein großer Schrank in einem der hinteren Büros in der ersten Etage des Rathauses. "Und im Keller stehen auch nochmal 20 Fahrräder", schließt Bogner-Matthes die Liste.

15 Gartenzwerge

Manchmal kämen bis zu fünf Leute am Tag vorbei und geben an der Information in der Bürgerberatung Fundsachen ab. Einige Dinge gelangen auch über die Polizei in Bogner-Matthes Büro.

Die merkwürdigsten "Untermieter" sind derzeit 15 Gartenzwerge und eine Zahnspange. "Vor Jahren wurde hier auch mal ein Gebiss abgegeben. Das hat wohl jemand auf dem Erdbeerfeld verloren". Abgeholt wurde es nie.

Versteigerung

Aber nach sechs Wochen ist der Aufenthalt im Schrank des Bürgerberatung auch beendet - dann geht's in den Müll oder zur Versteigerung - sozusagen Ebay zum Anfassen. Neue Eigentümer werden gesucht.

Im Sommer sei die Versteigerung gut besucht. Birgit Bogner-Matthes organisiert die Auktionen im Ratssaal: "Schüler und Studenten ersteigern dann gerne Fahrräder", und die gäbe es mal für 20 Euro oder auch etwas teurer.

Doch vorher hoffen die Mitarbeiter der Bürgerberatung, dass einige Fundsachen wieder zu ihren ursprünglichen Eigentümer finden. "Viele Leute denken einfach nicht, dass wir hier eventuell etwas haben." Wie eine Detektivin forscht Birgit Bogner-Matthes nach den Besitzern, die dann per Schreiben benachrichtigt werden.

Glück gehabt

Auch Danuta Viktor hat heute Glück. Im Urlaub verlor sie ihren Personalausweis. "Dank der Amtshilfe untereinander können Dokumente, Pässe und Papiere schnell an das zuständige Büro geschickt werden", erklärt Petra Aufermann, Mitarbeiterin der Bürgerberatung.

Danuta Viktor bekam ein Schreiben von der Stadt. "Es ist schon sehr rührend, wenn Omis vor Freude weinen, weil sie ihren Ehering bei uns wiederfinden. Da freut man sich schon sehr drüber," resümiert Bogner-Matthes ihre Arbeit.

 Die Öffnungszeiten des Fundbüros im Rathaus: Mo, Di und DO 8 bis 17 Uhr, Mi und Fr 8 bis 13 Uhr. Tel 581 1234.