Messer-Attacke in der U-Bahn

Landgericht Bochum: Junge Angeklagte legten Geständnis ab / Verletzte Eitelkeit

15.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bochum Es war eine Mischung aus verletzter Eitelkeit, männlichem Stolz und einer kaum zu durchbrechenden Gewaltspirale zwischen zwei verfeindeten Jugendcliquen. Seit Freitag müssen sich zwei 19-Jährige wegen versuchten Totschlags vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Am 5. Januar soll einer der beiden dem damals 15-jährigen Opfer zweimal in den Rücken gestochen haben, während der andere den Jugendlichen im Schwitzkasten hielt. Gestern legten sie vor Gericht ein Geständnis ab. Es war nicht die erste Begegnung zwischen dem mutmaßlichen Messerstecher und seinem Opfer. Vor gut zwei Jahren gerieten sie das erste Mal innerhalb einer größeren Schlägerei auf einem Schulhof aneinander und der mutmaßliche Täter von heute zog den Kürzeren. Sein Kontrahent konnte damals nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da er noch keine 14 Jahre alt war. Allerdings wurde dessen Kollege zu einer Strafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung verurteilt. ?Deswegen waren die so sauer auf mich?, sagte der Angeklagte gestern. Immer wieder sei es in den folgenden zwei Jahren zu Reibereien und auch Schlägereien gekommen, sagte der Bochumer weiter. Am 5. Januar auf der Verteilerebene der U-Bahn am Hauptbahnhof war es wieder so weit. Erst soll der Angeklagte die Freundin des 15-Jährigen beleidigt haben. Der, wie er gestern selbst aussagte, habe das Mädchen beschützen und beweisen wollen, was für ein Kerl er ist und habe Kontra gegeben. Das war für den Angeklagten zu viel. Er zückte sein Messer und ging auf ihn los. ?Weil ich mir gedacht hab', diesmal lass ich mir das nicht gefallen?, sagte der 19-Jährige. Der Prozess wird fortgesetzt. td