Messerattacke: "Da kamen Hassgefühle hoch"

Mobbing-Streit am St.-Josefs-Hospital

Es waren immer nur Kleinigkeiten, doch am Ende floss Blut: Nach einem beinahe tödlichen Mobbingstreit im Hörder St.-Josefs-Hospital steht ein 28-Jähriger Mitarbeiter seit Donnerstag wegen Mordversuchs vor Gericht. Zum Prozessauftakt sagte er: "Da kamen Hassgefühle hoch."

HÖRDE

13.07.2017, 12:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Donnerstag begann der Prozess am Landgericht.

Am Donnerstag begann der Prozess am Landgericht.

Es war der 20. Januar 2017, als der 28-Jährige seinem Arbeitskollegen im Umkleidebereich auflauerte. "Ich habe nichts gesagt und sofort zugestochen - mehrfach", sagte der Angeklagte den Richtern. "Dann habe ich ihn auch noch mit der Faust ins Gesicht geschlagen." Danach sei alles voller Blut gewesen.

Das 48-Jährige Opfer war schwer verletzt worden und leidet noch heute unter den Folgen der Tat. Zweieinhalb Monate lang konnte der Dortmunder nicht arbeiten, die psychologische Behandlung dauert an.

"Ich fühlte mich einfach gekränkt"

Rund sechs Jahre hatten die beiden Männer zusammen in einer Abteilung des St.-Josefs-Hospitals gearbeitet, in der Operationsbesteck gereinigt und sterilisiert wurde. Dabei war es immer wieder zum Streit gekommen. Mal ging es darum, ob abends der Monitor abgeschaltet wird oder nicht, mal um Etiketten oder Körpergeruch. "Ich fühlte mich einfach gekränkt", sagte der Angeklagte den Richtern. "Der hat ständig gesagt, dass ich völlig inkompetent bin."

Am Ende war die Situation völlig eskaliert. Der 28-Jährige hatte blau gemacht, ihm drohte die Kündigung. Da hat er sich nach eigenen Angaben zwei Messer eingesteckt und seinem Kollegen im Waschbereich der Umkleide aufgelauert. Nach der Tat habe er allerdings gedacht: "Das war großer Sch..., den du da gemacht hast." Töten habe er seinen Kollegen am Ende aber nicht mehr gewollt. "Ich hätte es gekonnt", sagte er den Richtern. "Er lag ja völlig wehrlos vor mir."

"Lappalien" führten zur Bluttat 

Staatsanwalt Heiko Artkämper sprach am Ende von "Lappalien", die die Bluttat ausgelöst hätten. Und wörtlich: "Im Kindergarten hätte man gesagt: Streitet euch nicht."

Schlagworte: