Metropole Ruhr: Ein Gebiet wird zur Heimat

Ruhrgebiets-Projekt

Was ist Heimat und wie identifizieren sich Menschen mit ihr? Wie kann das Ruhrgebiet lebenswerter gestaltet werden? Die Stiftung Mercator und die Brost-Stiftung wollen unter anderem auf diese Fragen Antworten finden - mit dem einzigartigen Projekt "Wege zur Metropole Ruhr. Heimat im Wandel".

ESSEN

, 28.01.2016 / Lesedauer: 2 min

Im Ruhrgebiet habe Heimat die Identifikation mit Industrie und Kohle bedeutet: "Das Ruhrgebiet hat seine Prägung nicht durch fürstliche Gunst erhalten", erklärte Rüdiger Frohn von der Mercator-Stiftung auf der gestrigen Auftaktveranstaltung zum Projekt. "Kohle und Stahl verbunden mit zwei Weltkriegen und der damit einhergehenden Zerstörung haben das Ruhrgebiet geprägt", so Frohn.

Gefühl für die Gemeinschaft

Dabei sei die Entwicklung innerhalb kürzester Zeit geschehen. Die Menschen blieben ihren Städten und Stadtteilen treu - eine Identifikation habe es allenfalls mit Unternehmen wie Krupp, Thyssen und Hösch gegeben. Ein "Wir in NRW" habe lange Zeit gefehlt, auch weil der Ruhrgebiets-Begriff einen Wirtschaftsraum beschreibt. Ein Wort, das erst im Laufe der Jahre auch ein Begriff für Heimat und Wärme geworden ist.

Die Initiatoren möchten den Wandel in einem der größten Ballungsräume Europas zeigen. Mit Daten, Bildern und mithilfe von Interviews mit Bewohnern auf Stadtteilebene, sollen die Projektergebnisse den Einfluss des Strukturwandels auf Stadtbild, Bildungs- und Lebenschancen verdeutlichen.

Ausstellung 2017 geplant

Im Ergebnis sollen konkrete Handlungsempfehlungen folgen, um die Entwicklung in der Region langfristig zu fördern. "Heimat ist auch die Vorstellung von Zukunft", sagte Wolfgang Heit von der Brost-Stiftung, "und wo Gewalt vermieden wird, könnnen Planungen gezielt umgesetzt werden". Der gesellschaftliche Wandel geschiehe schließlich in einer der interessantesten Regionen Europas, "und das sollte allen bewusst sein".

Im April 2017 werden die Ergebnisse in einer Ausstellung und in einem umfangreichen katalog präsentiert. Repräsentative Fotos, Luftbilder ausgewählter Stadtteile, die Sich von bewohnern und die kleinräumige Entwicklung der Metropole Ruhr sollen darin zum Tragen kommen.