Mieter und Vermieter streiten um selbst erbautes buddhistisches Denkmal

BOCHUM Drei Meter hoch ist der "Stein des Anstoßes". Viel Mühe hat es Franziska Nientiedt-Piechkamp vor drei Jahren gekostet, den "Stupa" zu erbauen, der im Garten hinter dem Haus steht, in dem sie mit ihrer Familie wohnt. Doch die Vermieterin findet das buddhistische Denkmal gar nicht so schön.

von Von Angela Wiese

, 23.03.2009, 12:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Erbauerin vor ihrem Stupa.

Die Erbauerin vor ihrem Stupa.

Nicht nur Gleichgesinnte habe das Gebilde im Garten angezogen, erzählt Nientiedt-Piechkamp, die, ebenso wie ihre Eltern, Buddhistin ist. 150 Besucher aus ganz Deutschland seien allein zur Einweihung 2007 gekommen. Außerdem „ist es der einzige Stupa im Ruhrgebiet“. Das Problem: Der Garten, in dem das drei Meter große Gebilde steht, gehört Vermieterin Regina Heinz, nicht etwa der buddhistischen Familie. Während Nientiedt-Piechkamps behaupten, ihre Vermieterin über den Bau in Kenntnis gesetzt zu haben, erklärt Heinz: „Ich bin nicht informiert worden. Den Brief, den ich angeblich bekommen habe, hätte ich mir per Einschreiben gewünscht.“ Erst im Dezember 2007 sei Heinz, die in Horb am Neckar wohnt, von der anderen Mieterin des Hauses mit Fotos darauf aufmerksam gemacht worden, was da in ihrem Garten vorgehe.

„Ich war empört. Da wurde etwas gebaut, was nicht abgesprochen war“, sagt Heinz. Die Familie okkupiere mit dem Stupa den gesamten Garten.  Und nun? „Es kommt jetzt ganz darauf an, wie die Familie sich verhält“, sagt sie. Nientiedt-Piechkamps dagegen fahren schwere Geschütze auf. Mit einer auf der Internetseite veröffentlichten Petitionsliste habe die Familie bereits über 800 Unterschriften für den Erhalt des Stupas gesammelt. Der Brief eines buddhistischen Lehrers sei bereits auf dem Weg zur Vermieterin. Sogar die Stadt haben Nientiedt-Piechkamps um Hilfe gebeten. Die, so die Antwort, könne aber nicht helfen.