Mieterverein hält hohe Inkasso-Gebühren der Deutschen Annington für ungerechtfertigt

Sieben Fälle

Zwölf Wittener Mieter der Deutschen Annington haben in diesem Monat Blaue Briefe mit Mahnungen und teilweise hohen Gebührenforderungen bekommen. Absender ist die „Deutsche Wohn-Inkasso GmbH“, eine Tochter ihres Vermieters. Der Mieterverein hält Mahnungen und Gebühren in den sieben ihm bekannten Fälle für ungerechtfertigt.

WITTEN

von Von Susanne Linka

, 28.09.2011, 18:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Deutsche Annington stößt mit ihrer neuen Inkasso GmbH auf Kritik.

Die Deutsche Annington stößt mit ihrer neuen Inkasso GmbH auf Kritik.

So werde auch die überforderte Wohnungsverwaltung scheinbar entlastet. Unger glaubt aber nicht, dass diese Rechnung aufgehen wird. „Auf diese Weise kann die Annington nur zusätzliche Mieterklagen, weiteren Leerstand und vernachlässigte Wohnhäuser produzieren.“ Weisker betont dagegen, dass sich Mieter mit Zahlungsproblemen jederzeit melden und Raten vereinbaren könnten. Jeder, der glaube, eine ungerechtfertigte Mahnung erhalten zu haben, könne das bei Annington prüfen lassen. Zudem würden gerade Modellprojekte für eine Schuldnerberatung und für den Einsatz von Sozialmanagern im Unternehmen anlaufen, die sich in absehbarer Zeit sicherlich auch in Witten niederschlagen würden.

Als höchste Inkasso-Gebühr in Witten hat Annington bislang 127 Euro verlangt. Betroffen ist laut Mieterverein ein ehemaliger Mieter, der 2008 eine Heizkostenabrechnung nicht akzeptiert hatte.  Das Mieterforum Ruhr, dem auch der MieterInnenverein Witten angehört, fordert von der Deutschen Annington die Einstellung der Inkasso-Aktivitäten und die Rückzahlung der Gebühreneinnahmen.

„Mieter sollten sich nicht verängstigen lassen“, rät Rechtsberaterin Susanne Flöter vom MieterInnenverein. „Wer mit zweifelhaften Zahlungsaufforderungen oder hohen Inkasso-Gebühren überzogen wird, sollte sich sofort an seinen Mieterverein wenden.“ Aber auch bei im Grunde berechtigten Forderungen müsse nicht jede Gebühr akzeptiert werden. Die Mietervereine wollen in gerichtlichen Verfahren klären lassen, welche Gebühren maximal berechtigt sind.

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