Millionenspende für Haus Opherdicke ist in Gefahr

Für Skulpturenpark

20.000 bis 25.000 Besucher hat das Museum im Haus Opherdicke in Holzwickede in jedem Jahr. Und es gehört mit seinen hochkarätigen Ausstellungen zu den beliebten Ausflugszielen in der Region. Ans Herz gewachsen ist das Haus auch einem Ehepaar aus dem Großraum Berlin, das eine entfernte verwandtschaftliche Verbundenheit zu dem Gutshaus nicht ausschließt.

HOLZWICKEDE

, 05.01.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Millionenspende für Haus Opherdicke ist in Gefahr

Rund um das Haus Opherdicke soll ein Skulpturenpark entstehen.

Das kinderlose Paar möchte sein Vermögen (rund anderthalb Millionen Euro) Opherdicke vererben - unter der Bedingung, dass eine Stiftung gegründet wird, in dessen Vorstand Thomas Hengstenberg, ehemaliger Leiter der Kulturabteilung des Kreises Unna, sitzt und dass ein Skulpturenpark am Haus eingerichtet wird.

Den Termin zur Stiftungsgründung haben CDU und SPD im Kreistag immer wieder verschoben; jetzt hat das Paar aus Berlin ein Ultimatum gesetzt: Ende Januar. Am 17. Januar um 16 Uhr soll es nun eine Sondersitzung im Kreistag geben. CDU und SPD haben bislang die Stiftungsgründung vertagt, alle kleinen Parteien waren für die Gründung der Stiftung.

Kommission wurde einberufen

"Es sind noch viele Fragen zu klären", sagte Willi Jasperneite, Fraktionschef der CDU, gestern. Dafür sei eine Kommission einberufen worden. "Grundsätzlich sind wir für die Stiftung", so Jasperneite. Auch mit Hengstenberg habe er "kein Problem".

Skulpturen von Raimodo Puccinelli sollen in dem Garten aufgestellt werden. "Wir müssen klären, wie wir die sichern können. So eine Figur können Sie sich schnell unter den Arm klemmen", sagt der CDU-Politiker. Er möchte das Ehepaar treffen und mit ihm sprechen: "Ich bin überrascht, welche Hektik sich entwickelt. Diesen Druck verstehe ich nicht."

Die Gefahr des Diebstahls und Versicherungskosten, die das Stiftungskapital von zunächst 50.000 Euro übersteigen könnten, sieht auch Brigitte Cziehso, Fraktionschefin der SPD.

Emotionale Gespräche

Gespräche hat Thomas Hengstenberg, der Ende Februar in den Ruhestand geht und 40 Jahre Leiter der Kulturabteilung im Kreis war, schon geführt.

"Die Eheleute haben mich vor vielen Jahren angerufen, vor gut zwei Jahren haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Sie verstehen nicht, dass die Gründung der Stiftung im Dezember "von der Tagesordnung des Kreistags genommen wurde", sagt Hengstenberg: "Wir haben viele emotionale, lange Gespräche geführt. Das Ehepaar ist enttäuscht und hat gesagt, ,Wir kommen uns vor wie Bettler. Dabei wollen wir nur Gutes tun'".

Hengstenberg würde auch verzichten, im Stiftungsrat zu sitzen, wenn das CDU und SPD störe. "Weil ich das Haus Opherdicke liebe", sagt er.