Milow sucht die Herausforderung

Zeltfestival

Sein Deutsch ist ausbaufähig. Dennoch war der belgische Sänger Milow bemüht, sein Publikum beim Zeltfestival mit heimischen Vokabeln zu beeindrucken. Nicht mit "Danke" oder "großartig" wie es andere Künstler tun. Milow sucht die Herausforderung. Auch musikalisch.

BOCHUM/WITTEN

von Von Jan-Niklas Hellmann

, 02.09.2011, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits 2009 stand der Belgier, der den Namen Jonathan Vandenbroeck im Ausweis trägt, beim Zeltfestival auf der Bühne. Als Newcomer. Es war einer seiner ersten Auftritte in Deutschland. Schon damals feierte ihn das Zelt für seine Coverversion von 50 Cents „Ayo Technology“, die er über zehn Minuten zu mitreißenden Beats entwickelte. Milow gelang mit diesem Song der Durchbruch. Selbstverständlich, dass der Titel auch am Donnerstagabend nicht fehlen durfte. Ein Moment, der Gänsehaut erzeugt. Nicht nur weil die Gäste im Zelt gemeinsam mit Milow singen, sondern weil der Sänger sein Publikum als Bühnenshow einsetzt.

Er bittet sie, ihre Handys herauszuholen. „Laptops sind auch okay, aber keine Flatscreens, die sind zu groß“, scherzt er. In einem Meer aus bläulichem Display-Glimmen – gespickt mit Wunderkerzen-Schein – erstrahlt das Zelt. Die Lichter wiegen dazu im Takt hin und her. Milow bleibt jedoch nicht bei altem stehen. Er hat sich musikalisch weiterentwickelt, ist seinem Stil aber treu geblieben. Seine Songs sind geprägt von dieser einfühlsamen Stimme und dem Spiel der akustischen Gitarre. Seine Band umspielt ihn dabei sanft. Liefert den Hintergrund.

Milow bleibt das Zentrum. Musik und Gesang sind gut aufeinander abgemischt. „The Kingdom“, „She might, she might“, „Never gonna stop“, viele Songs aus seinem aktuellen Album „North ans South“ spielt Milow an diesem Abend, quatscht zwischendurch mit seinem Publikum. Und versucht sich an der deutschen Sprache. Es sind genau drei Worte, die er über die Lippen bringt. Doch die erstaunen. „Rundfunk“, „Klingelton“ und „Fingerspitzengefühl“. Letzteres kürt er zum Wort des Abends, weil es besonders schwer ist. Nach mehreren Zugaben verabschiedet er sich von der Bühne. Das Publikum singt weiter – a cappella.