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Minarett ohne Muezzinruf

EVING Der Selimiye Moschee-Verein wird an der Hessischen Straße ein höchstens 24 Meter hohes Minarett bauen und nach Fertigstellung sechs Jahre lang auf den Muezzinruf verzichten: Das sind die Kernaussagen einer gemeinsamen Erklärung, die die DITIP-Türkisch Islamische Gemeinde, SPD, Grüne und FDP/Bürgerliste in der Verwaltungsstelle unterzeichnet haben.

von Von Petra Frommeyer

, 27.11.2007
Minarett ohne Muezzinruf

<p>Unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung: Politiker von SPD, Grünen und FDP/Bürgerliste sowie der Vorsitzende der Selimiye-Moschee Adem Sönmez (sitzend, l.).

"Wir möchten mit den deutschen Nachbarn in Frieden leben. Es war nicht leicht für uns, eine solch lange Zeit auf den Muezzinruf zu verzichten, aber wir haben die Kröte geschluckt", erklärte Moscheevorsitzender Adem Sönmez.

"Aus Parteisicht möchte ich mich dafür bedanken", sagte SPD-Stadtbezirksvorsitzender Dirk Meyer-Jäkel. "Alle Beteiligten haben auf die Stimmungslage, die Ängste und Sorgen der Bevölkerung Rücksicht genommen."

Der Moscheeverein - das war allen Teilnehmern hinreichend durch die Hinweise aus der Verwaltung klar - hat das geltende Recht auf seiner Seite. Es gibt an der Hessischen Straße keinen Bebauungsplan, der ein Minarett verhindern könnte, und der Muezzinruf wäre auch durch das Grundgesetz geschützt gewesen.

Die gemeinsame Erklärung soll jetzt ein erster Schritt zu mehr Integration und Miteinander im Stadtbezirk sein, machten SPD-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Unterkötter und die Fraktionssprecherin der Grünen, Gisela Sichelschmidt, deutlich. Zu diesem Zweck wird ein Runder Tisch mit Vertretern der gesellschaftlichen Gruppen gegründet, der - voraussichtlich von Bezirksvorsteher Helmut Adden geleitet - im Februar/März kommenden Jahres seine Arbeit aufnehmen wird.

Runder Tisch sucht Lösungen

Der Runde Tisch, so heißt es in der Erklärung, wird u.a. den Gebetsruf thematisieren und in offener Diskussion nach Lösungen suchen. Ziel ist, in den kommenden Jahren zu einem von der Mehrheitsgesellschaft getragenen Ergebnis zu kommen. Beteiligt werden soll auf jeden Fall auch der Integrationsbeauftragte der Stadt, Wilhelm Steitz.

"Wir in Eving wollen mit allen ethnischen Gruppen friedlich und unter den Vorgaben des Grundgesetzes miteinander leben", machte Hans-Jürgen Unterkötter noch einmal deutlich. "Möglicherweise hat unsere gemeinsame Erklärung jetzt eine positive Signalwirkung auch für andere Dortmunder Stadtgebiete", hofft Dirk Meyer-Jäkel.