Mit 14 Jahren: Malte Fischer besteht Abi mit 1,0

860 von 900 Punkten

Stolz ist Malte Fischer nicht. Es gibt, sagt er, schließlich immer jemanden, der noch besser ist. Aber zufrieden ist er. Und froh, dass er sein Abitur geschafft hat – mit 14 Jahren, einem Schnitt von 1,0 und 860 von möglichen 900 Punkten.

SYBURG

, 13.06.2016, 04:36 Uhr / Lesedauer: 3 min
Mit 14 Jahren: Malte Fischer besteht Abi mit 1,0

Schneller geht’s kaum: Malte Fischer hat mit 14 Jahren ein Abitur von 1,0 gemacht. Nebenbei ist er noch ein erfolgreicher Triathlet.

Dass er schlau ist, schlauer als andere, das weiß Malte Fischer. Aber er weiß auch, dass hinter seinen Leistungen eine ganze Menge Disziplin steckt. Drei Klassen hat der Junge, der am Montag 15 Jahre alt geworden ist, übersprungen. Das erste Mal nach der Hälfte der vierten Klasse. 

Damals, in der Grundschule, bekam er eine neue Lehrerin. Irgendwie passte es nicht mehr so richtig. Malte Fischer war gut genug, um aufs Gymnasium zu wechseln. In Dortmund wollten ihn die Schulen, die er favorisiert hatte, mitten im Schuljahr nicht. Also folgte er seiner Mutter zum Ursulinen-Gymnasium nach Werl. Sie ist dort Lehrerin.

Nur Einsen auf dem Zeugnis

Die Umstellung, sagt Malte Fischer, sei ihm nicht schwer gefallen. Mitte der siebten Klasse hatte er wieder nur Einsen auf dem Zeugnis. Also entschied die Familie, dass er in die achte Klasse wechselt.

Die zehnte Klasse, die Einführungsphase, ließ Malte, auf Vorschlag der Schule, auch aus. Auch auf die Gefahr, dass sein Abitur dann ein bisschen schlechter ausfallen könnte. Ein paar Punkte, sagt er, habe er Anfang der zwölften Klasse tatsächlich liegen gelassen. Vielleicht wäre noch mehr drin gewesen. Stufenbester war er nicht. Einer seiner älteren Mitschüler, habe noch sieben Punkte mehr im Abitur geholt als er. „Der ist ein Genie“, sagt Malte Fischer.

300 von 300 Punkten

Aber er fühle schon eine gewisse Zufriedenheit, sagt er und schaut, zu Hause, auf der Syburg, auf sein vorläufiges Zeugnis. In den Prüfungen hat er das Maximum herausgeholt. 300 von 300 Punkten. Sport, gibt er mit leiser Stimme zu, sei insgesamt sein schlechtestes Fach gewesen. Dabei ist er doch so ein guter Sportler, ein Triathlet. Er hat schon so einige Preise gewonnen.

Sein Vater, Dr. Jens Fischer, ist auch sein Trainer bei Trinitas Dortmund. Fördern, sagt der 49-Jährige, brauche er seinen Sohn nicht. „Wir stellen nur die Infrastruktur.“ So achtet die Familie zum Beispiel sehr auf eine gesunde Ernährung, Süßigkeiten gibt es nicht. „Ich esse höchstens mal zu viele Äpfel“, sagt Malte Fischer.

„Ich mag messbare Dinge“

„Ich mag messbare Dinge“, sagt Malte Fischer. Deshalb gefällt ihm Triathlon. Er kann sich an den Zeiten orientieren, immer und immer besser werden, es gibt keine Grenzen. „Ich will mich selbst fordern“, sagt er. Das war auch in der Schule so. Er habe sich diese Ziele nur für sich selbst gesteckt. Und diszipliniert gearbeitet.

Ein Smartphone habe er nicht. An den Computer gehe er nur, um etwas nachzusehen. Wenn er sich ablenken wolle, nehme er ein Buch. Im Unterricht habe er aufgepasst, mitgearbeitet. „Ohne Lernen“, sagt Malte Fischer, „bekommt man nicht solche Ergebnisse.“ Für das Abitur habe er den ganzen Tag gelernt, Skripte erstellt, sich stundenlang von seinen Eltern abfragen lassen.

Keine Pause

Jetzt, wo er nicht mehr zur Schule muss, nutzt Malte Fischer die Zeit, um für den nächsten Triathlon zu trainieren. Ab und zu spiel er Tennis mit seinem Vater oder Fußball mit Freunden. Eine Pause, jetzt, wo er nicht mehr in die Schule muss, gönnt er sich aber nicht. Dann hätte er sich ja nicht so beeilen brauchen.

Der 14-Jährige hat große Ziele. Im Oktober will er sein Studium beginnen. Er hat sich für die TU Dortmund entschieden. Aus logistischen Gründen. Schließlich müssen seine Eltern ihn dorthin fahren, ihren minderjährigen Sohn sogar einschreiben.

Sein Ziel ist der Leistungssport

Malte favorisiert Mathe und VWL, vielleicht auch Physik als Studienfächer. Das logisch-analytische Denken liege ihm. Mit 22, wenn andere vielleicht gerade ihren Bachelor haben, möchte Malte promoviert haben. Nebenbei arbeitet er an seiner Sportkarriere. Sein Ziel ist der Leistungssport. „Und danach möchte ich einfach gerne etwas machen, das meinem Talent entspricht.“

Seine Schwächen, sagt Malte Fischer, könne er ganz gut überspielen, aber er sei sicher nicht in allem hervorragend. Seine kleine Schwester Klara etwa sei die Musikalische in der Familie. Schlau ist auch sie. Die Zwölfjährige ist in der achten Klasse. Auch sie ist schon jetzt zwei Jahre schneller.

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