Mit Akten überflutet: Günter Bartel zeigte Einsatz im Hochwasser

BRÜNNINGHAUSEN Sommer 2008: EinUnwetter verwandelte einige Stadtteile in Seenlandschaften – so erreichten die Wassermassen auch das Hermann-Keiner-Haus an der Mergelteichstraße. Jetzt dankte das Seniorenheim den Helfern.

von Von Christian Stein

, 06.01.2009, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Haustechniker Günter Bartel im Keller des Hermann-Keiner-Hauses.Noch immer liegen die Akten des Seniorenwohnheims dort in Kisten.

Haustechniker Günter Bartel im Keller des Hermann-Keiner-Hauses.Noch immer liegen die Akten des Seniorenwohnheims dort in Kisten.

Bartel, der am 26. Juli gegen 16.45 Uhr einen Anruf aus dem Heim erhielt, befand sich zu der Zeit noch zu Hause in Sölde. „Bei uns hat‘s kaum geregnet“, sagt der Haustechniker. Kurz nach dem Anruf machte sich Bartel sofort auf den Weg, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Von Sölde bis nach Brünninghausen braucht der 50-Jährige normalerweise 20 Minuten – da sich die Zillestraße aber in einen reißenden Bach verwandelt hatte, dauerte es fast doppelt so lange.

An der Mergelteichstraße 47 angekommen, machte sich Günter Bartel erst einmal einen Überblick: „Mein erster Eindruck war schlimm. So eine Katastrophe hatten wir noch nie.“ Nachdem die Mitarbeiter des Keiner-Hauses nach zahlreichen Anrufversuchen die Feuerwehr erreichte, traf diese gegen 20 Uhr ein. Den halben Abend lang wurde der Keller ausgepumpt, wo das Wasser immer weiter anstieg. In der Nacht hatte sich dann auch noch das Technische Hilfswerk (THW) angekündigt, das ebenfalls pumpte, was das Zeug hielt – und das die halbe Nacht durch ... Am nächsten Morgen gönnten sich die Mitarbeiter eine verdiente Pause, sie frühstückten – gemeinsam mit dem Personal des THW. „Gerade in der Urlaubs- und Ferienzeit konnten wir froh sein, dass so viele Menschen mitgeholfen haben“, betont Günter Bartel, der seine ungeplante Nachtschicht am Sonntag (27. Juli) gegen 13 Uhr beendete.

In den darauf folgenden Tagen stand die große Aufräumaktion an. Auf Vermittlung der Versicherung stand dem Seniorenwohnheim ein Entsorgungsunternehmen zur Seite. In ca. sechs großen Müllcontainern sammelten sich die mit verschmutzen Regenwasser aufgesogenen Akten und Pflegeprodukte – fast 2,8 Tonnen Akten wurden danach vernichtet. Die Helfer brauchten knapp zwei Wochen, um die Kellerräume vollständig leer zu räumen und zu renovieren. Die Bewohner des Wohnheims haben von der Flut wenig mitbekommen. Was Bartels aber nicht vergessen wird: Beim Frühstück mit dem THW kam eine Bewohnerin auf den Haustechniker zu und sagte „Sie sind unser Held“. Mit der Meinung stand die Dame nicht alleine da – bei der Feier zum Jahresende gab es einen öffentlichen Dank für Bartels Einsatz – in Person von Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer.

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