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Mit Bauchgefühl Sammlung aufgebaut

Ausstellung im Kunstmuseum

Er ist fest im Familienbetrieb verwurzelt, der hydraulische Schwenkmotoren baut. Aber die Kunst ist Frank Henses große Leidenschaft. Über die Jahre hat er von vielen Künstlern Werke erworben. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Bochum seine Sammlung.

BOCHUM

, 04.07.2014
Mit Bauchgefühl Sammlung aufgebaut

Ein Blick in die Ausstellung, im Vordergrund ein Werk von Gil Shachar.

Es ist eine Ausstellung, die dem Besucher Spaß macht. Vielleicht, weil das einzige Kriterium für Frank Hense das gewisse „Wow“-Gefühl ist. Und sich dieses Gefühl bei ihm vor allem angesichts figürlich-narrativer Malerei und Skulpturen einstellt. „Ich sammle konzeptionslos“, sagt Hense. Was der Markt gerade hochjubelt, interessiert ihn nicht. Wertsteigerung, so sagt er, ist nicht sein Ziel. Es zählt, was ihm gefällt. Rund 350 Kunstwerke meist junger Künstler haben sich seit den 80er-Jahren angesammelt. Rund 120 zeigt jetzt das Kunstmuseum unter dem Titel „Additionen der Gegenwart“.

„Es ist eine mutige Sammlung“, sagt Museumsdirektor Hans Günter Golinski, „da hat sich jemand angeguckt, womit er leben will“. Fotos seines Hauses lassen es wahrscheinlich sein, dass er es für seine Kunstwerke gebaut hat. Aber auch in der Firma in Riemke hängen und stehen Werke. Die Kommentare der Mitarbeiter sind unterschiedlich, so erzählt der 46-Jährige – Lob ist genauso dabei wie das gefürchtete „Das kann ich auch“. Jetzt im Kunstmuseum sieht er erstmals auf einen Blick so viele Bilder wie noch nie. „Es ist spannend, dass von außen ein Blick auf meine Sammlung geworfen wird“, sagt Hense.

Da gibt es Ölmalerei von Justine Otto, die surreale Geschichten erzählen. „Was T.C. Boyle schreibt, das malt sie“, erzählt der Unternehmer, was ihn an diesen Werken fasziniert. Witzig sind Gregor Gaidas Figuren, sei es der Junge, der einen Strich auf den Museumsboden malt oder seine Flaggen schwenkenden Menschen. Eine Rarität ist ein Werk von Mel Ramos, das Hense schon früh erworben hat. Claudia Schiffer, die Ramos auf einem Hotdog zeigte, klagte. Die noch nicht verkaufte Auflage musste vernichtet werden. Der Bochumer Unternehmer kauft nicht nur, sondern wird selbst zum Kunstproduzenten. Das Kunstmuseum zeigt einen Tisch, den er bauen ließ. Eingelassen ist ein Kunstwerk von Sabina Sakoh, das eine Abendmahlszene zeigt und damit gleich ein Tischgespräch provozieren kann. Hense plant jetzt, mit mehreren Künstlern weitere Tische zu realisieren. Sein Motiv: „Kunst gehört mitten ins Leben.“  

Eröffnung und Kunstmappe
Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag, 5. Juli, 17 Uhr, im Kunstmuseum, Kortumstraße 147. Um 18 Uhr zeigt das deutsch-walisische Künstlerpaar Manon Awst und Benjamin Walther eine Performance. Um 20 Uhr tritt der Singer-Songwriter Jan Röttger auf. Ein Katalog wird im August erscheinen. Mit dem Fotografen Philip Kistner gibt Frank Hense eine Mappe „Bochum awaits Me“ mit sechs Fotografien heraus. Sie zeigen Bochumer Veranstaltungsorte – allerdings menschenleer. Die Mappe ist für 999,99 Euro erhältlich. Öffnungszeiten: Bis 24. August, Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr

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