Mit dem Schachbrett ist der Friedrich-Ebert-Platz komplett

Stadtumbau

Es ist ein Detail, aber es schließt ein großes Projekt ab: Der letzte Teil der Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes ist abgeschlossen, ein öffentliches Schachspiel komplettiert das Spielangebot. Aus dem ehemaligen Angstort ist ein frisch belebter Treffpunkt geworden. Wir erklären, was neu ist.

HÖRDE

, 20.07.2015, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit dem Schachbrett ist der Friedrich-Ebert-Platz komplett

Michaela Pape-Dixon (Reformhaus Dixon) und Stadtplanerin Susanne Linnebach auf dem öffentlichen Schachbrett am Friedrich-Ebert-Platz in Hörde.

Weniger Nischen

Der abschreckende Charakter des Platzes gegenüber der Lutherkirche lag auch darin begründet, dass er im tief im Schatten großer Bäume lag. Außerdem gab es durch eine Pergola Nischen, in denen sich häufig Menschen zum Trinken trafen. Ohnehin war die Anziehungskraft für eine teilweise aggressive Trinker-Szene groß - weshalb viele Hörder den Platz lieber mieden.

Deshalb lautete eine Devise: Alte Äste abschneiden und Luft schaffen für Neues. Neue Bänke wurden aufgestellt. Der Umbau wirkt sich aus: Die neue Weitläufigkeit macht den Platz attraktiver. Wenn auch noch Raum für weitere Attraktionen bliebe.

Mehr Spiel

In den Kisten, die seit einigen Wochen am Ebert-Platz stehen, stecken König, Dame, Springer, Turm und Bauer. Ab sofort kann jeder Interessierte Schachfiguren bei der Stadtteilagentur Hörde ausleihen. Der Schlüssel dafür ist im Reformhaus Dixon direkt am Friedrich-Ebert-Platz hinterlegt. „Die ersten Anfragen sind schon da“, sagt Inhaberin Michaela Pape-Dixon.

Beim Umbau war bereits das Schachbrett-Muster im Asphalt eingearbeitet worden. „Die Idee passt in das, was wir hier machen wollten“, sagt Jutta Sankowski vom Amt für Wohnen und Stadterneuerung. Bedeutet: Spielmöglichkeiten für alle Generationen. Die Schachfiguren und das Damespiel in vergrößerter Version seien eine gute Lösung – zumal es in Dortmund kaum noch diese früher sehr beliebten öffentlichen Spielorte für das „Spiel der Könige“ gebe.

Das Trampolin an den neuen Sitzbänken vor der Lutherkirche ist ein absoluter Magnet. Dort machen nicht nur Kinder große Sprünge, sondern häufig auch die Eltern. „Es ist das einzige kostenlose Trampolin in Dortmund“, sagt Susanne Linnebach, Leiterin der Stadterneuerung.

Zum Angebot für Kinder am Rande der Hörder Fußgängerzone zählt auch der Mini-Spielplatz an der Ecke Penningkamp/Hörder Semerteichstraße, direkt oberhalb des U-Bahn-Schachts. Skurril: Der Spielpunkt ist schon seit gut zwei Jahren fertig. Doch wegen der Nähe zu Straße und U-Bahn-Schacht hatten die Sachverständigen der Dekra die Freigabe verweigert – obwohl es dort schon vorher Spielgeräte gegeben hatte. Deshalb mussten schützende Stangen nachinstalliert werden.

Das Fazit

Menschen mit Bier- und Schnapsflaschen sind noch immer zu sehen auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Und die Trinkhallen in der Umgebung unterbieten sich im Rennen um den günstigsten Bierpreis. "Eine Platzumgestaltung kann soziale Probleme nicht lösen", sagt Susanne Linnebach. Insgesamt fällt das Fazit bei Stadtplanern wie Anwohnern im zweiten Sommer nach der Umgestaltung aber positiv aus.

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