Mit drei neuen Choreografien in die Zukunft

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Erstmals seit dem Tod seiner legendären Prinzipalin 2009 eröffnete das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch seine Spielzeit mit neuen Stücken von hierzulande noch unbekannten Choreografen. Bislang hatte man sich auf das Bausch-Repertoire konzentriert. Nun feierte ein dreiteiliger Abend Premiere und verspricht einen guten Neubeginn für die Compagnie.

WUPPERTAL

von Von Marieluise Jeitschko

, 20.09.2015, 14:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit drei neuen Choreografien in die Zukunft

Die Choreografie „In Terms Of Time“ ist den Bausch-Revuen am ähnlichsten.

Den größten Unterhaltungswert bot die Compagnie in  "The Lighters Dancehall Polyphony" des Teams Cecilia Bengolea und François Chaignaud. Welt-Klänge wie jamaikanische Dancehall-Musik und Reggae, ergänzt durch Renaissance-Madrigale und John Madaras 1960er-Jahre Song "You don’t own me" (gesungen von den Tänzern), Rap und klassische Rezitation werden optisch konterkariert durch einen fantasiereichen Mix aus schimmernden Ganzkörpertrikots, Kostümen der Shakespeare-Zeit und Baströckchen.

Auch tanztechnisch ist der Variationsreichtum überbordend: neben deutschem Ausdruckstanz auch Hip-Hop-Elemente. Fasziniert nimmt man neue Kompetenzen der Tänzer wahr.

Bausch-Revue

Umrahmt wird dieses Herzstück des Abends von Theo Clinkards "somewhat still when seen from above" und Tim Etchells' "In Terms of Time". Ersteres spielt auf die Perspektive an, aus der der Geiger Christopher Huber das Geschehen verfolgen könnte: aus einer Seitenloge im 2. Rang. Hinreißend sind Soli von Pablo Aran Gimeno und ein Gruppentanz im ruckenden zwei Viertel-Takt.

Den Bausch-Revuen am ähnlichsten ist Etchells' Performance. Da balancieren alle kreischend Plastikbecher-Stapel, bis sie umstürzend auf dem Boden zerbrechen und ihn wie eine glitzernde Wasserfläche bedecken. Immer wieder spielt das Mikrofon mit.

Es wird gelacht, geflirtet, schikaniert. Man versammelt sich zum Fest um eine lange Tafel, spricht zärtlich, kreischt wütend von Liebe... Schließlich reihen sich alle an der Rampe auf und brechen in einen "thank you!"-Chor aus (für Pina?)

 

Termine: 22.-24.9.; Karten: Tel. (0202)56376 66.

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