Mit Eva ins Paradies

21.02.2011, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Astrid Müller (l.) und Sabine Hack genießen "Eva's Fahrt ins Paradies", die neue Attraktion auf dem Markt. <p></p> Danisch</p>

<p>Astrid Müller (l.) und Sabine Hack genießen "Eva's Fahrt ins Paradies", die neue Attraktion auf dem Markt. <p></p> Danisch</p>

BOCHUM. Wenn in der Jahrhunderthalle ein Duft von Popcorn und Waffeln schwebt und sich Rock ´n Roll-Musik mit Orgelklängen vermischt, dann ist wieder der historische Jahrmarkt da.

Erstmalig an zwei Wochenenden zu erleben, startete die Reise in die Rummelplatzvergangenheit am Samstag und war wieder ein Besuchermagnet. Warum, das weiß Albert Ritter, Präsident des deutschen Schaustellerbundes: "Die Leute können hier nicht nur die Fahrgeschäfte ausprobieren, sondern auch viel fragen. Woraus die Bahn gebaut ist, wie eine Orgel funktioniert. Die Idee des temporären Museums geht voll auf, hier wird die Breitenkultur Kirmes gelebt."

Vom Kettenkarussell über das Armbrustschießen bis hin zum Wahrsager El Fantadu war alles, was zu einem richtigen Jahrmarkt dazugehört, vertreten.

Sieben Jahre restauriert

Premiere hatte "Eva's Fahrt ins Paradies", welche nach über 50 Jahren, eingelagert in einer Scheune, endlich den Weg in die Jahrhunderthalle fand. "Sieben Jahre lang wurde die Bahn restauriert, die Malereien sowie der Motor sind noch original. Alles ist fast komplett aus Holz gefertigt", erklärt Oliver Bayer, der das wilde Fahrgeschäft bedient. "Das Fahrgeschäft ist einmalig. Das macht auch den Charakter der ganzen Veranstaltung aus, denn wo sieht man noch Fahrgeschäfte wie diese?" Da stimmt auch Axel Möller mit ihm überein.

Die Geisterbahn, die er mitbetreibt, stammt aus dem Jahr 1947 - zeigt trotzdem kein Alterserscheinungen.

Den historischen Jahrmarkt hält er für sehr wichtig: "Die Nostalgie ist der Hauptanlass. Man sieht aber auch, was das Schaustellerleben früher bedeutete, was für ein Aufwand das Ganze mit sich brachte. Alles wurde mit reiner Muskelkraft bewältigt, denn die Schausteller haben ihre Fahrgeschäfte alle selbst gebaut."

Geschäft ist hart

Trotzdem empfindet er das Schaustellerleben heute als stressiger: "Das Geschäft ist hart geworden. Der Konkurrenzkampf steigt, der Termindruck auch. Alles muss schnell abgebaut und zur nächsten Kirmes transportiert werden. Früher war alles gemütlicher, als man mit Pferden und Traktoren reiste."

Dass die Begeisterung auch im vierten Jahr nicht abnimmt, stimmt den Geschäftsführer der Jahrhunderthalle, Andreas Kuchajda, sehr zufrieden: "Die Leute haben uns die Tür eingerannt. Überall sieht man das Funkeln in den Augen und die Begeisterung der Kinder."

Darum soll die Veranstaltung auf jeden Fall wiederholt werden. Die Schausteller planen bereits ihr Programm, um den Jahrmarkt aus Omas Tagen noch authentischer zu machen. Simone Danisch

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