Mit Kameras gegen Graffiti

Bahnhof

Es ist ein leidiges Thema, welches in der Vergangenheit häufig für negative Schlagzeilen sorgte: Die Graffiti-Schmierereien im und am Mengeder Bahnhof. Doch die Deutsche Bahn (DB) sagt den Sprayern nun den Kampf an.

MENGEDE

von Von Nils Heimann

, 19.11.2011, 07:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Impressionen von der Neugestaltung des Busbahnhofs und Nord-Ausgangs am Bahnhof Mengede mit neuem Tunnel zu den Gleisen.

Impressionen von der Neugestaltung des Busbahnhofs und Nord-Ausgangs am Bahnhof Mengede mit neuem Tunnel zu den Gleisen.

Auf zwei Säulen fußt die Offensive des Verkehrsbetriebes gegen Vandalismus und Verschmutzung, wie Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer bestätigt: „Im Januar installieren wir insgesamt sechs Überwachungskameras auf dem Bahnhof. Zwei im Tunnel und jeweils zwei auf jedem Bahnsteig.“ Dadurch erwartet man eine deutlich höhere Aufklärungsrate bei den Straftaten: Denn das illegale besprühen der Wände erfüllt den Tatbestand der Sachbeschädigung. „Wir hoffen aber auch auf die Unterstützung der Justiz“, sendet Seelmeyer ein Signal in Richtung Rechtsprechung. „Es müssen endlich mal empfindliche Strafen verhängt werden“, glaubt Seelmeyer an Abschreckung durch höheres Strafmaß.

 Die andere Säule im Kampf gegen die Sprayer ist eine sogenannte Anti-Graffiti-Kampagne. Die Idee: Sämtliche Schmierereien werden nach Bekanntwerden spätestens innerhalb von fünf Tagen entfernt. „Die Sprayer sind bemüht, dass ihre Tags (Signaturkürzel der Sprayer Anm. d. Red.) möglichst lange zu sehen sind“, weiß Seelmeyer, „und die Spraydosen sind recht teuer“.  

Bei der Kontrolle der Sauberkeit des Bahnhofs setzt Seelmeyer auch auf die Bevölkerung. „Unsere Servicenummer hängt in den Schaukästen aus. Da können die Fahrgäste Verschmutzungen melden.“ Aber nur auf externe Informanten verlässt sich die Bahn nicht. „Bahnmitarbeiter sind spätestens alle zwei Wochen in Mengede und gereinigt wird dort auch. Zwei Mal die Woche.“ Durch dieses dichte Netz an Beobachtern hofft Seelmeyer, die Sprayer langfristig zu verdrängen. Doch damit allein, das weiß auch der Bahnhofsmanager, löst sich das Problem nicht. „Wenn wir es ihnen auf unseren Bahnhöfen schwer machen, dann suchen die Sprayer sich andere Möglichkeiten, um ihre Schmierereien loszuwerden.“