Mit Meike Entenmann auf der Spur des roten Fadens

Ausstellung "Umgarnte Transparenz"

Auf einem kleinen Podest steht ein gläserner Gugelhupf. An der Wand reihen sich in Kunstharz eingefasste Perlmuttknöpfe und über einen Kieselstein zieht sich eine feine rote Nähnaht. All diese Dinge können Besucher in der neuen Ausstellung "Umgarnte Transparenz" im Kunstverein Bochumer Kulturrat bewundern.

BOCHUM

, 16.09.2013, 18:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Meike Entenmann kommt aus der Bildhauerei.

Meike Entenmann kommt aus der Bildhauerei.

„Poetischen Minimalismus“ nennt Kurator Carsten Roth die Werke der Künstlerin Meike Entenmann. In der Tat bestechen die meisten der Plastiken durch einfache Formen und Farben. Meistens kommen die Objekte mit nur zwei Farben aus: rot und weiß. So zum Beispiel die Abbildung von einem Tisch, einem Stuhl und einer Lampe. Was ist nun das Besondere an dieser Ausstellung? Die abgebildeten Möbel ergeben sich aus einer feinen Stickerei auf einer Raufasertapete. „Ich hatte den Ansatz, ungewöhnliche Materialien zu kombinieren“, erklärt Künstlerin Entenmann. Die Möbel hätten alle originale Vorbilder. Sie habe über ein Jahr an diesem Projekt gearbeitet und sich nach interessanten Stücken umgesehen.Mehr als Tische und Stühle Doch die 38-jährige hatte nicht nur nach Tischen und Stühlen gesucht. Für ihr Werk „Shell Scenery“ brauchte sie viele verschiedene Knöpfe, die sie in Kunstharz-Halbkugeln einschloss und an einer Wand anordnete. „Das hat sich rumgesprochen und auf einmal hatten alle meine Bekannten noch Schatzkisten mit Knöpfen“, erzählt Entenmann lachend. Es ist dieser buchstäbliche roter Faden, der sich durch die gesamte Sammlung zieht und die Ausstellungsstücke miteinander verbindet. Mal ist es ein Kieselstein, den eine rote Naht ziert. Oder die Unterseite der Kellertreppe, auf der mit Garn der Schriftzug „Mit rotem Faden“ gestickt ist.Alles war zu schwer Ihre künstlerischen Ursprünge hat Meike Entenmann in der Bildhauerei. „Doch das war mir alles zu schwer“, sagt sie und lächelt. „Ich brauchte mehr Leichtigkeit.“ So kam sie auf die Idee, mit Stoffen und Papier zu arbeiten. Zur Zeit plane die Künstlerin zwar noch kein konkretes neues Projekt. Doch eins steht für sie fest: „Der rote Faden geht weiter.“  

Öffnungszeiten
Die Ausstellung im Kunstverein Bochumer Kulturrat läuft noch bis zum 25. Oktober. Öffnungszeiten: Di. 15-18 Uhr. Do. und Fr. 18-20 Uhr sowie nach Vereinbarung.