Mit Meistertrikot zur Tour de France

BOCHUM Die forschen Töne liegen Fabian Wegmann nicht. Was wohl in seiner Radsport begeisterten Familie liegen muss.

25.06.2008, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Möchte in Bochum den DM-Titel verteidigen: Fabian Wegmann.

Möchte in Bochum den DM-Titel verteidigen: Fabian Wegmann.

Im Münsterland bevorzugt man nun mal die leisen Töne. Auf jeden Fall aber hat Fabian Wegmann für die Deutsche Straßen-Meisterschaft ein erklärtes Ziel. "Den Titel verteidigen, warum eigentlich nicht", sagt der Mann, der vor Jahresfrist in Wiesbaden sich nach einer starken Leistung das Meistertrikot mit den schwarz-rot-goldenen Brustringen überstreifen durfte.

Am Sonntag (29.) in Bochum soll der "Traum vom Titel" zum zweiten Mal Realität werden. Die Situation vor der DM in Bochum ähnelt der vom Vorjahr in zahlreichen Punkten. Die 19 Kilometer lange Strecke ist vergleichbar mit dem Kurs in Wiesbaden. Und wer in Bochum gewinnt, trägt das deutsche Meistertrikot bei der am 5. Juli beginnenden Tour de France.

Weißes Meister-Rad

In den letzten Jahren ist es eine schöne Geflogenheit geworden, dass die Rennteams den Titelträgern zudem ein weiß lackiertes Rennrad zur Verfügung stellen. "Die Mechaniker hatten schon ihren Spaß. Ich solle doch noch einmal gewinnen, dann müssten sie nicht extra ein neues Rad anfertigen", erklärt Wegmann seine Affinität zur Farbe "weiß".

Nötig ist diese optische Stütze aber kaum, in den entscheidenden Phasen des Rennens gehört Fabian Wegmann sowieso meist zu den prägenden Akteuren im vorderen Drittel des Pelotons. Wie hatte das 59-kg-Leichtgewinn zu Beginn der Saison noch gesagt: "Es wäre schön, wenn ich in der Saison 2008 als nächstes Highlight einen Klassiker gewinnen könnte."

"GP Indurain"-Sieger

Ein Ziel hat er schon erreicht. In Spanien kennt ihn nach seinem zweiten Sieg beim "GP Indurain" wohl jedes Kind. Natürlich hat der Blondschopf noch weitere Ziele. Eine Etappe bei der Tour de France steht bei Wegmann ganz oben auf der Wunschliste, dazu vielleicht noch eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Peking. Wegmann zeigt sich tatendurstig. Dass er die Fähigkeiten für einen solchen "Hammer" mitbringt, steht für die Fachwelt außer Frage. Sein Name taucht bei den schweren Eintagesrennen inzwischen regelmäßig auf den Favoritenlisten auf.

Doch zunächst gilt die Konzentration der Deutschen Meisterschaft, wo er sich fast schon als Lokalmatador fühlt. Zumindest vermittelten ihm die begeisterungsfähigen Bochumer Fans in der Vergangenheit dieses Gefühl. Er kennt sich aus in Bochum, auch wenn der Parcours nicht zu Hundertprozent mit dem des Giro identisch ist.

Runde noch schwerer

"Keine Frage, die Runde ist noch schwerer geworden", sagte Wegmann nach einer Testfahrt auf dem Kurs. Vor zwei Jahren wurde er Dritter in Bochum und bilanzierte damals: "Ich habe das Gefühl gehabt, als ginge es ständig bergauf und bergab und dass wir ständig Gegenwind hatten." Was man nur als Lob verstehen kann. Die Bochumer Runde hat es jedenfalls in sich, niemand kann sich verstecken, Zufallssieger ausgeschlossen. Genau richtig für einen Alleskönner wie Fabian Wegmann.