Mit Monty-Python-Musical „Spamalot“ gelingt ein Spielplan-Hit

Schauspielhaus Bochum

Das Projekt eines Monty-Python-Musicals auf einer Theaterbühne birgt viele Möglichkeiten des Scheiterns. Regisseur Christian Brey hat am Schauspielhaus Bochum jedoch alles richtig gemacht und mit "Spamalot", das auf "Die Ritter der Kokosnuss" basiert, einen urkomischen, unbedingt sehenswerten Abend produziert, der garantiert zum langlebigen Spielplan-Hit wird.

BOCHUM

, 13.09.2015, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kira Primke als Fee aus dem See

Kira Primke als Fee aus dem See

Der Humor der englischen Komikertruppe Monty Python ist schwärzer als die Nacht, alberner als ein müdes Kind, kalauernder als Didi Hallervorden und absurder als Becketts Theater. Damit ist auch schon erklärt, warum er auf eine Theaterbühne gehört.

Ein bisschen erinnert dieser Abend an "Mendy - Das Wusical", das in der Intendanz von Matthias Hartmann in Bochum zu erleben war: Auch damals hielt niemand für möglich, dass man Helge Schneiders sehr speziellen Humor mit Schauspielern inszenieren kann.

Lachsalven

Christian Brey hat am Staatstheater Stuttgart mit Harald Schmidt gearbeitet und gehörte später zum Team von dessen Late-Night-Show. Offenbar hat er dort gelernt, wie man eine Pointe unterläuft, umzingelt und dann doch, hintenrum, ins Ziel bringt. Auf der großen Bühne des Bochumer Schauspielhauses gelingt ihm noch mehr, als seine Schauspieler mit dem Monty-Pythonschem Sprach- und Bewegungsrepertoire zu infizieren und dem Publikum Lachsalven zu entlocken.

Über 100 Personen waren in die Entstehung von "Spamelot" in einer riesigen Bühnen-Maschinerie (Bühne und Kostüme: Anette Hachmann) eingebunden, haben Kostüme geschneidert und Kulissen gemalt, die das alte Illusionstheater persiflieren, das im Musicalbereich bis heute überlebt.

Harald Schmidts Stimme

Choreografin Kati Farkas lässt in all dem Quatsch ein Musical-Ensemble irre Choreografien ausführen, und mit Tobias Cosler steht ihm ein musikalischer Leiter zur Seite, der ein siebenköpfiges Ensemble zu Höchstleistungen anspornt.

Und wenn dann plötzlich Harald Schmidts Stimme über die Lautsprecher kommt, der auf dieser Bühne schon Beckett gespielt hat, dann wird die Sache vollends rund.

Termine: 16./20./ 24. 9.; Karten: Tel. (0234) 33335555.

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