Mit oder an Corona verstorben? Eine neue Studie ist erschienen

Coronavirus

Mit oder an Corona verstorben? Eine neue Studie Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gibt Aufschluss zu dieser Frage.

Kreis Recklinghausen

von Michael Wallkötter

, 25.02.2021, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Impfungen werden auch in den Krankenhäusern zu einer Entlastung führen.

Die Impfungen werden auch in den Krankenhäusern zu einer Entlastung führen. © Lensing Media

Mittlerweile hat die Kreisverwaltung den 661. Corona-Todesfall im Kreis Recklinghausen gemeldet. Die Frage, ob diese Menschen mit oder an dem Virus gestorben sind, ist auch schon in zurückliegenden Sitzungen des Recklinghäuser Kreistages diskutiert worden. Auf entsprechende Anfragen der Unabhängigen Bürgerpartei (UBP) konnte die Verwaltung jedoch keine Antworten geben, weil die Todesursache in der Regel nicht abschließend untersucht wird. Ein Teil der meist älteren Patienten hatte auch Vorerkrankungen.

Bei 735 Verstorbenen eine Obduktion durchgeführt

Eine neue Studie des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gibt jedoch Hinweise darauf, dass die meisten der Corona-Toten tatsächlich an der Virusinfektion gestorben sind. Die Mitarbeiter des Instituts haben seit Beginn der Pandemie bei 735 Verstorbenen eine Obduktion durchgeführt. In 618 Fällen (84 Prozent) starben die Betroffenen an den Folgen von Corona. Überträgt man diese Quote – mit der gebotenen Vorsicht – auf den Kreis Recklinghausen, hätte Sars-Cov-2 546 Menschen im Vest das Leben gekostet. Nur bei 104 Personen wäre das Virus nicht die primäre Todesursache gewesen.

Inzidenz bei Senioren überproportional gesunken

Hochbetagte Senioren sind überproportional an den Todesfällen beteiligt. Im Vest sind zwei Drittel der Verstorbenen über 80 Jahre alt. Das Kreisgesundheitsamt verspricht sich deshalb von der Impfkampagne, die diese Altersgruppe mit höchster Priorität erreichen soll, auch eine positive Wirkung auf die künftige Entwicklung der Todeszahlen.

Nach Angaben der Kreisverwaltung sind alle Impfwilligen in den Pflege- und Seniorenheimen – Bewohner und Mitarbeiter – mittlerweile mit dem Vakzin von Biontech immunisiert worden. Auch die Zweit-Impfung ist abgeschlossen. Mehr als 26.000 Impfdosen wurden von den mobilen Teams verabreicht. Auch im Impfzentrum des Kreises in Recklinghausen sind mittlerweile mehr als 5.000 Senioren jenseits der 80 geimpft worden.

Impfungen zeigen nachweislich Wirkung

Dass diese Impfungen Wirkung zeigen, lässt sich auch an der Inzidenzzahl für diese Altersgruppe ablesen. Der Wert, der die Zahl der Infektionen in den zurückliegenden sieben Tagen, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, wiedergibt, ist in diesem Monat überproportional gesunken. Insgesamt leben rund 44.000 Menschen dieser Altersklasse im Kreis Recklinghausen.

Auch die Krankenhäuser können mit Entlastung rechnen, wenn die Senioren über 80 Jahre durchgeimpft sind und demnächst auch die Gruppe der 70- bis 79-Jährigen eine Einladung ins Impfzentrum bekommt. Denn 35 Prozent der über 80-Jährigen, die positiv getestet worden sind, müssen sich zur Behandlung in eine Klinik begeben. Bei den 70- bis 79-Jährigen beträgt diese Quote sogar 41 Prozent (diese Werte beziehen sich auf den Januar). Jüngere Menschen können die Symptome einer Ansteckung mit Corona hingegen in den überwiegenden Fällen zu Hause auskurieren.

Lesen Sie jetzt