Mittelmeer klang nach „Viva España“

Ruhrfestspiele

Die schönsten spanischen Werke haben Franzosen komponiert: Bizet mit "Carmen" und Ravel mit der "Rhapsodie espagnole".

RECKLINGHAUSEN

, 29.05.2016, 15:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mittelmeer klang nach „Viva España“

Rasmus Baumann dirigierte das Konzert „Viva España“.

Ein "Viva España" spielte die Neue Philharmonie Westfalen gestern zweimal bei den Ruhrfestspielen im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen, und dem Publikum kam es gar nicht spanisch vor, dass die wenigsten Werke von Spaniern stammten - wohl aber das Hauptwerk des Konzerts, das "Concierto de Aranjuez" für Gitarre und Orchester.

Einfühlsam ließ Generalmusikdirektor Rasmus Baumann das Orchester die verstärkte, aber trotzdem leise Gitarre begleiten. Und Solist Thorsten Drücker zupfte vor allem den berühmten langsamen Satz mit dem wunderschön geblasenen Englischhornsolo mit viel Gefühl.

Ganz schön durcheinandergewirbelt hat das Orchester die Reihenfolge der Werke auf dem Programmzettel. Ravels Rhapsodie folgte nach der Pause - sanft und mit viel Klangkultur eingeleitet und mit vielen Schattierungen von Klangfarben in Bläsern und Schlagwerk zum munteren Tänzchen gesteigert.

Auch das "España" zu Beginn, in dem es brummte und summte am Mittelmeer, hat ein Franzose, Emmanuel Chabrier, komponiert. Und das "Capriccio espagnol" ein Russe: Rimsky-Korsakow. Das klang wie das feurige Spanien, mitreißend gespielt.

 

"La Dolce Vita" heißt das Freiluft-Geburtstagskonzert der Neuen Philharmonie Westfalen für die Ruhrfestspiele am 18.6., 20 Uhr, vor dem Ruhrfestspielhaus. Bei dem Italien-Programm ist Sopranistin Eleonore Marguerre von der Dortmunder Oper dabei. Karten: Tel. (02361) 92180.