Montero begeistert mit Rhythmen aus ihrer Heimat

Klavier-Festival Ruhr

Hunderte kleiner Werke hat die venezuelanische Pianistin Gabriela Montero (Foto) mit ihren Improvisationen auf Publikumszuruf schon geschaffen. Im Auftrag des Klavier-Festivals Ruhr und des MDR hat sie nun ihr erstes Klavierkonzert geschrieben. Nach der Uraufführung im März in Leipzig war dies am Freitag im Konzerthaus Dortmund zu hören.

DORTMUND

, 26.06.2016, 09:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gabriela Montero hat mit den Dortmunder Philharmonikern ihr erstes Klavierkonzert aufgeführt.

Gabriela Montero hat mit den Dortmunder Philharmonikern ihr erstes Klavierkonzert aufgeführt.

Dass die 46-Jährige am Klavier Lieder und Rhythmen aus ihrer südamerikanischen Heimat geschickt zu einem mitreißenden und sehr farbigen Werk zusammenfügen kann, war schon oft zu hören.

Aber alle Achtung vor der Orchestrierung für den Riesen-Apparat. Das ist für einen Erstling eine große Leistung.

Spritzige Rhythmen

Gershwin, Milhaud und Bernstein mag Montero im Kopf gehabt haben, als sie den ersten Satz als Mambo, das melodiensatte, weich fließende Andante und das virtuose, vor spritzigen Rhythmen übersprudelnde Finale komponiert hat. Das ist ein Werk, das sich in Konzertprogrammen durchsetzen könnte, und man darf auf weitere Werke der Pianistin gespannt sein.

Die Dortmunder Philharmoniker präsentierten sich bei ihrem Festival-Debüt unter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz in Bestform. Furios, mitreißend und rasant schnell startete das Orchester mit Glinkas Ouvertüre zu "Ruslan und Ludmilla" in den Abend. - Was für eine Präzision in allen Stimmgruppen, was für ein Temperament; auch später in Gershwins "Cuban" mit glänzendem Schlagwerk.

Tonangebendes Orchester in NRW

Und was für eine Harmonie mit der technisch überlegen und ausdrucksvoll gestaltenden Gabriela Montero im zweiten Klavierkonzert von Rachmaninow, dem Paradekomponisten der Dortmunder. Feltz lichtete den Hollywood-Filmmusik-Charakter des Werks dynamisch immer wieder differenziert auf. Dieser Abend war eindrucksvoller Beweis, dass die Dortmunder Philharmoniker mit Feltz zu den tonangebenden Orchestern in NRW gehören.

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