Mord: Callboy zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt

WITTEN Der Wittener Callboy (20), der im Dezember 2007 in Heven einen Journalisten (52) erstochen hat, ist am Freitag vor dem Bochumer Landgericht zu neun Jahren und drei Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Damit blieben die Richter neun Monate unter der möglichen Höchststrafe für Jugendliche und Heranwachsende. Das Urteil lautet auf heimtückischen Mord.

von Von Jörn Hartwich

, 13.06.2008, 10:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Richter Volker Talarowski sprach in der Urteilsbegründung von einer „planvollen und kaltblütigen Tat“. Der Angeklagte habe seinem späteren Opfer Freundschaft vorgeheuchelt, sich neben den 52-Jährigen ins Bett gelegt. Als der Journalist eingeschlafen sei, habe er ein Messer aus seiner Tasche geholt und seine Tat ohne Mitleid ausgeführt.

Richter: Angeklagter innerlich zerrissen

Die Richter gehen davon aus, dass der Angeklagte mit seiner Homosexualität und seinem Callboy-Dasein nicht klargekommen ist. Er sei innerlich zerrissen gewesen, habe seinem Opfer die Schuld an seiner Situation gegeben und sich befreien wollen. Ob auch Gewaltphantasien die Tat mitbestimmt haben, musste im Prozess vor der 8. Strafkammer offen bleiben.

Schlagworte: