Mordprozess in Münster: Angeklagter aus Bocholt streitet Tat ab

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Vor dem Landgericht in Münster wurde am Montag der Prozess gegen einen 33-jährigen Bocholter eröffnet. Ihm wird vorgeworfen, im Februar den neuen Lebensgefährten seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau getötet zu haben.

von Ludwig van der Linde

Bocholt

, 10.08.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht in Münster hat ein 33 Jahre alter Bocholter bestritten, den neuen Lebensgefährten seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau absichtlich getötet zu haben. Tat. Er habe aus Notwehr gehandelt, gab er vor Gericht an.

Staatsanwalt: Angriff mit Jagdmesser

Dem Mann wird vorgeworfen,den 21-jährigen Afghanen auf der Yorckstraße in Bocholt mit einem Jagdmesser angegriffen zu haben. 18 Stiche sollen den Kopf und das Gesicht des Opfers getroffen haben, wobei einer auch zu einer Hirnverletzung geführt haben soll. Weitere Stiche soll der Geschädigte am übrigen Körper erlitten haben.

Gegenüber dem Gericht schilderte der Angeklagte die Tat anders: Er behauptete, das spätere Opfer habe ihn mit einem Messer angegriffen. Es sei ihm jedoch gelungen, diesem das Messer abzunehmen. Anschließend habe ihn der Afghane mit einem Gürtel angegriffen. Im Handgemenge habe er „einmal zugestochen“, um sich zu wehren, so der Angeklagte. Danach sei er geflohen.

„Sorge um die Kinder“

Er gab gegenüber dem Gericht an, er sei nicht eifersüchtig, habe sich jedoch „Sorgen um seine beiden Kinder gemacht.“ Deshalb habe er das spätere Opfer auf der Yorckstraße stellen wollen.

Der 33-Jährige, der seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft sitzt, soll diese Tat heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangen haben, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Ihm droht eine lange, möglicherweise sogar lebenslange Freiheitsstrafe.

Fünf weitere Verhandlungstermine sind angesetzt.

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