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Mozarts Papageno als Graffiti-Sprayer

Theater Hagen

Kommt ein Graffiti-Sprayer ins Museum… So könnte ein Witz für Kulturbeflissene anfangen - oder auch eine Operninszenierung. Das Theater Hagen präsentiert Mozarts "Zauberflöte", in der genau das passiert.

HAGEN

von Von Karsten Mark

, 27.09.2015 / Lesedauer: 2 min
Mozarts Papageno als Graffiti-Sprayer

Tamino (Kejia Xiong, l.), Papageno (Kenneth Mattice) mit den drei Damen (Veronika Haller, Kristine Funkhauser und Gudrun Pelker)

Papageno heißt der großspurige Schlacks, der in den heiligen Hallen seine Tags verteilen möchte und es dafür mit den drei Damen von der Aufsicht zu tun bekommt. Kurzerhand ziehen sie ihm eines seiner eigenen Bilder über den Schädel, damit er endlich mal die Klappe hält.

Für junges Publikum

Regisseurin Annette Wolf ist im Theater Hagen die Spezialistin fürs Komische und kann mit ihrer "Zauberflöte" ihren guten Ruf unterstreichen. Ihre Inszenierung hat zwar durchaus kritische Aspekte und offenbart ihren Hintersinn in der Darstellung des Kulturbetriebs als überkommen-verknöcherte Altherren-Veranstaltung, wirkt aber keineswegs intellektuell überfrachtet.

Diese "Zauberflöte" hat Witz und Tempo und richtet sich mit ihrer weitgehend jungen Besetzung an ein junges Publikum.

Kejia Xiong gibt als Tamino anfänglich ein echtes Weichei, das seine heldischen Qualitäten erst später entdeckt - dafür aber als fescher Schwiegermuttertraum direkt die gestrengen Damen um den Finger wickelt. Die Entwicklung spiegelt sich auch stimmlich wider. So sehr, dass Xiong zu Anfang etwas schwach auf der Brust wirkt.

Doch schnell wird klar, dass seine jugendlich lyrische Ausstrahlung perfekt mit Dorothea Brandts Pamina harmoniert - eine Traumpaarbesetzung. Auch Kenneth Mattice als Papageno und Maria Klier als Papagena sind als Darsteller ein starkes Gespann.

Musikalisch gelungen

Mit der wohl bekanntesten Arie kann Cristina Piccardi als Königin der Nacht überzeugend brillieren. Musikalisch ist die Aufführung unter Leitung von Florian Ludwig rundum gelungen. Nur an der Textverständlichkeit hapert es etwas, weil viele der Solisten keine deutschen Muttersprachler sind.

Termine: 30.9., 10./ 23.10., 5./20.11.; Karten: Tel. (02331)2073218.