Mr. Ripley - Vom Milchbubi zum Mörder

Westfälisches Landestheater

Es ist die Geschichte eines Verlierers, der die Chance ergreift, ein neuer Mensch zu werden. Dafür muss er morden, doch der Zweck heiligt die Mittel. Tom Ripley, "breaking bad": Er wählt das Böse, und er kommt durch damit.Lothar Maninger inszeniert Patricia Highsmiths "Der talentierte Mr. Ripley" am Westfälischen Landestheater, konzentriert und minimalistisch, wie die Premiere am Samstag zeigte. Anna Kirschsteins Ausstattung braucht nur zwei Paravents, aufprojizierte Dias definieren die Schauplätze.

CASTROP-RAUXEL

, 13.10.2014 / Lesedauer: 2 min
Mr. Ripley - Vom Milchbubi zum Mörder

Mr. Ripley (Thomas Zimmer) plant Böses.

Ein Strandmotiv illustriert die italienische Insel. Das spartanische Setting schärft unseren Blick für das Spiel der Akteure. Psychologie ist nun mal der Treibsatz in Highsmiths Thrillern, weniger das Detektivische.

Thomas Zimmer ist Tom Ripley. Unbedarft stolpert er in die Welt des Dickie Greenleaf (mit Charisma: Bülent Özdil). Dolce vita unter südlicher Sonne. So ein Leben will Ripley auch.

Ein neckischer Kleidertausch enthält den Keim seins Plans. Er will Dickies Platz einnehmen. In einer "Choreografie" verstohlener Blicke und heimlicher Posen vollzieht sich der Wandel vom Milchbubi (den Zimmer trefflich verkörpert) zum Mordbuben.

Triumph des Bösen

Dickies Freundin Marge (gut: Samira Hempel) wittert Unheil, kann Ripley aber nicht festnageln. Nach der Bluttat (als Schattenspiel) wirft sich Ripley in eine Scharade. Er trickst, improvisiert, legt falsche Fährten - darin liegt dieSpannung der Inszenierung.

Guido Thurk gibt den Privatschnüffler, Thomas Tiberius Meikl einen jungen Hipster. Cool Jazz der 50er Jahre passt perfekt zu dieser kalten Ballade vom Triumph des Bösen. Solide gespielt und inszeniert.K.U. Brinkmann

Termine: 21.10. WLT, 20 Uhr, Kartentel. (02305) 97 80 20.