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Müller ist nicht mehr EGR-Chef

Städtisches Unternehmen

Die EGR hat sich von Michael Müller getrennt. Mit sofortiger Wirkung ist er nicht mehr Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ruhr. Er wird bis zum Ende des Monats sein Büro räumen. Der von der EGR gewünschte Abgang wird das Unternehmen eine sechsstellige Abfindung kosten.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 20.08.2012 / Lesedauer: 3 min
Müller ist nicht mehr EGR-Chef

Angeklagt: EGR-Geschäftsführer Michael Müller.

Michael Müller ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr Chef der Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR). Der Aufsichtsrat hat den 52-Jährigen am Montagnachmittag von seinen Ämtern in der Geschäftsführung entbunden. Er wird noch bis zum Ende des Monats bei der EGR angestellt bleiben, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. Dann verlässt er das stadteigene Unternehmen. Dies hatte Aufsichtsratschef und SPD-Fraktionsführer Dieter Fleskes mit Müller ausgehandelt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates stimmten gestern zu.

Es war letztlich nur eine Zeitfrage, dass Müller seinen Posten würde räumen müssen, nachdem die Staatsanwaltschaft Aachen ihn wegen Untreue angeklagt hat. Bereits am Freitag hatte das Präsidium dies gefordert. Unklar war jedoch: Wie würden sich Müller und die EGR trennen und diese „missliche Lage“ (Fleskes) für die Stadt und die Stadttochter lösen? Kündigung? Beurlaubung? Rücktritt?„Eine Kündigung war eigentlich nicht möglich, da es keine Verfehlungen in seiner Tätigkeit in Bochum gab“, erklärt Fleskes. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf Müllers früheren Job bei der Wirtschaftsförderung im Kreis Düren. „Seine Arbeit bei der EGR war okay“, betont Wolfgang Cordes von den Grünen. „Wir haben da keine Abstriche zu machen“, ergänzt Fleskes. Ein Rücktritt Müllers war auch nicht zu erwarten – und eine Beurlaubung wäre teuer, schließlich läuft der Vertrag von Michael Müller noch knapp zwei Jahre. „Ich habe daher den Versuch unternommen, in dieser schwierigen Situation eine einvernehmliche Lösung herzustellen“, so Fleskes. Dies sei gelungen. Es habe im Gespräch mit Müller nur kleinere Differenzen gegeben.

Der Auflösungsvertrag wird mit einem positiven Arbeitszeugnis und einer Abfindung versehen. Diese beläuft sich auf etwa ein Jahresgehalt des Ex-EGR-Chefs und liegt damit deutlich über 100 000 Euro. Wie es mit der EGR weitergeht, steht unterdessen noch nicht fest. Stadtdirektor Paul Aschenbrenner wird vorübergehen die Geschäftsführung allein übernehmen. Er war bereits stärker in das operative Geschäft der EGR einbezogen worden, nachdem die Vorwürfe gegen Müller 2010 öffentlich wurden. Der Aufsichtsrat hatte damals beschlossen, dass Aschenbrenner alle Rechnungen gegenzeichnen müsse. Dieter Fleskes wollte gestern nicht spekulieren, wann mit einer Nachfolge Müllers zu rechnen ist. Zunächst müssen die Strukturen der EGR neu überdacht werden, so der SPD-Fraktionschef.