Müßiggang ist aller Künste Anfang

Im Kino: "Richard Deacon: In between"

Er ist berühmt – und er ist bescheiden: Richard Deacon, Brite und Bildhauer. Ein Mann, der sich für Formen, Strukturen und Material interessiert. Ein Mensch, den Müßiggang auf künstlerische Ideen bringt.

von Von Klaus-Peter Heß

, 29.04.2013, 10:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der britische Bildhauer Richard Deacon schuf große Skulpturen aus Holz, Beton, Edelstahl, Keramik und PVC.

Der britische Bildhauer Richard Deacon schuf große Skulpturen aus Holz, Beton, Edelstahl, Keramik und PVC.

Aufschlussreicher sind die langen Einstellungen, in denen Deacon konstruiert wie ein Kind mit einem neuen Baukasten von Fischertechnik. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass Deacon sich als Team-Künstler begreift. Ohne Mithilfe von kreativen, emanzipierten Technikern und Tüftlern könnten seine Ideen nicht umgesetzt werden – würden seine filigran wirkenden, verwirbelten und gewundenen Raumkörper aus verdrehtem Holz der Schwerkraft nicht lange standhalten. Die Stärke des Films: Schmid beobachtet, sie interpretiert nicht. Den Zuschauer erwartet also kein verbales Kunstgeschwurbel, sondern die Möglichkeit, mithilfe der Kamera auf Entdeckungsreise in die Welt eines Künstlers zu gehen. Genug Zeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Sehenswert.