Munterer Roadtrip mit dem Tod endet sentimental

Grillo-Theater

Der Tod ist ein lustiger Gesell. Zumindest in Thees Uhlmanns Debütroman "Sophie, der Tod und ich", den Regisseur Tilman Gersch und Dramaturgin Jana Zipse für die Bühne des Grillo-Theaters in Essen adaptiert haben.

ESSEN

05.03.2017, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stefan Diekmann (l.) und Jens Winterstein

Stefan Diekmann (l.) und Jens Winterstein

Bei der Premiere am Freitag im Grillo-Theater amüsierte sich das Publikum prächtig über die Wortspielereien und Plattitüden - bis es gegen Ende arg kitschig und sentimental zuging.

Dialog-Pingpong

Der Sensenmann im Bestatter-Outfit (Jens Winterstein) klingelt an der Tür des namenlosen Helden, Stefan Diekmann gibt diesen über 40-jährigen Schluffi mit Hipsterbrille und übernimmt auch die Erzählpassagen. Nun bleiben ihm noch drei Minuten Lebenszeit.

Doch dann klingelt Ex-Freundin Sophie und ein dreitägiger Roadtrip zum Sohn des Todgeweihten, den er seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hat und dem er täglich eine Postkarte schreibt, beginnt - mit Stopp bei seiner Mama.

Comic-mäßige Inszenierung

Die leicht überzeichnet agierenden Protagonisten liefern sich ein boulevardesk-pointiertes Dialog-Pingpong in der comic-mäßigen Inszenierung, zu spielen gibt es nicht viel. Dafür schieben sie überdimensionierte Postkarten, mit denen Ausstatterin Henrike Engel die Bühne möbliert hat, über die Spielfläche und malen sich auch schon mal ihre Requisiten selbst.

In gänzlich albernen Klamauk driften die Kämpfe der beiden Tode ab und rührselig geht´s am Ende zu, wenn sich der Papa von seinem Sohn verabschiedet.

Termine: 11. /22. 3., 8. /9./ 21. 4.; Karten: Tel. (0201) 8 12 22 00.

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