Museum Folkwang zeigt unbekannte Skizzen von Joan Mitchell

Ausstellung in Essen

Joan Mitchell konnte Landschaften in Emotionen verwandeln, sagen ihre Bewunderer. Bekannt wurde die Künstlerin vor allem durch ihre großformatigen Gemälde mit Motiven aus der Natur. Das Museum Folkwang in Essen widmet sich nun einer unbekannten Seite der Vertreterin des amerikanischen Abstrakten Expressionismus.

ESSEN

, 26.02.2015 / Lesedauer: 2 min
Museum Folkwang zeigt unbekannte Skizzen von Joan Mitchell

Skizze von Joan Mitchell, ohne Titel

Rund 60 Pastelle und Faserstiftzeichnungen aus einer Privatsammlung sind ab Freitag in der Ausstellung „The Sketchbook Drawings“ erstmals öffentlich zu sehen.

Ende der 60er-Jahre

Museumsleiter Tobia Bezzola würdigt die Vertreterin des amerikanischen Abstrakten Expressionismus als „eine ganz große Künstlerin“ – die leider erst posthum die Wertschätzung erfahren habe, die ihr gebühre. Mitchell habe sich in einem schwierigen Umfeld behaupten müssen – als Frau in einem Macho-Club, nennt es Bezzola. Die Künstlerin stand in enger Beziehung zu Dichtern und Malern der New York School wie Jackson Pollock, Clyfford Still oder Mark Rothko. „Sie war einem militanten Machismus ausgesetzt“, sagt Bezzola.

„Sie war eine schwierige Persönlichkeit“, sagt Kurator Tobias Burg – und eine großzügige. Die Werke der Ausstellung stammen aus Skizzenbüchern, die Mitchell Ende der 1960er-Jahre verwendet und später einem Freund geschenkt hatte.

Autonome Arbeiten

Auch in den Zeichnungen – autonome Arbeiten und keine Vorstudien für ihre Gemälde – spiele Mitchells Auseinandersetzung mit der Natur eine ganz wichtige Rolle, sagt Burg. „Die Nähe ist greifbarer als in ihren Gemälden.“ Bäume oder Sonnenblumen kehren als Motive der abstrakten Skizzen immer wieder.

Die Werke entstanden in den späten 60er-Jahren, nachdem Mitchell aus Paris ins nahe gelegene Vétheuil gezogen war, einen kleinen Ort an der Seine, in dem bereits Claude Monet gelebt und gearbeitet hatte. Den Zeichnungen gegenüber steht in der Ausstellung das Gemälde „Mon paysage“, eines von Mitchells Hauptwerken. „Alles, was sie schuf, war der Ästhetik verhaftet“, sagt Bezzola.

Museum Folkwang: „The Sketchbook Drawings“, 27.2.-31.5., Museumsplatz 1, Di/Mi/Sa/So 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr, Katalog 24 Euro.