Museum Ostwall ist zu arm für Ausstellungen im U

Etat für das Jahr 2011

DORTMUND Die Kulturhauptstadt geht, die Sorgen kommen. Das neu eröffnete Museum Ostwall im Dortmunder U-Turm ist völlig unterfinanziert.

von Von Bettina Jäger

, 10.12.2010, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kurt Wettengl zeigt ab 18. Dezember auch ein Werk von Roy Lichtenstein im Dortmunder U-Turm.

Kurt Wettengl zeigt ab 18. Dezember auch ein Werk von Roy Lichtenstein im Dortmunder U-Turm.

Wohlgemerkt: Es handelt sich bei diesen 100 000 Euro um die reinen Kosten für die jeweilige Architektur in der 6. Etage des Dortmunder U, die für Ausstellungen vorgesehen ist. "Dann hängt hier aber noch kein einziges Bild, auch die Kosten für Transport und Versicherung sind noch nicht eingerichtet", rechnet Wettengl vor. Zusätzliche Gelder bei Stiftungen einzuwerben, sei schwierig. Wettengl: "Die Stiftungen geben nur bis zu 30 Prozent des städtischen Ausstellungsetats dazu."

Hausgemachtes Problem Das Problem im U-Turm ist im wahrsten Sinn des Wortes hausgemacht. Die 6. Etage, die von allen Institutionen im U-Turm abwechselnd bespielt werden soll, bietet zwar einen fantastischen Oberlichtsaal. Der muss und kann jedoch für jede Ausstellung von Grund auf neu gestaltet werden - Fluch und Chance zugleich. Immerhin wurde ein Stellwandsystem angeschafft. Mitarbeiter müssen gehen

Wettengl kämpft außerdem mit personellen Problemen. Der Museumsdirektor und seine Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit könnten ab 2011 ziemlich alleine im Museum sein, was das wissenschaftliche Team angeht. Der Vertrag einer Kuratorin geht nur bis zum Jahresende. Eine von zwei Restauratorinnen muss ebenfalls gehen. "Das funktioniert einfach nicht. Wir arbeiten schon wie verrückt", seufzt Wettengl. "Aber wir haben einen Personalstand wie 1956."Trotzdem: Bilder aus dem Centre Pompidou

Trotzdem: Was in der 6. Etage des U-Turms möglich ist, will Wettengl ab 18. Dezember mit der Ausstellung "Bild für Bild" in Zusammenarbeit mit dem Pariser Centre Pompidou beweisen. Sie hat 800 000 Euro gekostet und bietet Kunst von Roy Lichtenstein, Frank Stella oder Donald Judd. "Bewegte Bilder dringen in die Kunst vor", erklärt Wettengl. Deshalb erwarten den Besucher spektakuläre Installationen, darunter "Der Lichtstrahl" von Anthony MacCall (mit Nebelmaschine!) oder "Deadpan" von Steve McQueen, der ein einstürzendes Haus zeigt, während der Betrachter auf einer Spiegelfläche steht.Künstler-Sofas kommen In der zweiten Etage des U-Turms warten derweil die skurrilen Sofas des Künstlers Franz West und ein Filmprogramm, das bis zum Ende der Schau am 25. April 2011 zu sehen sein wird.

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