Museumsbau in Schalke-Blau

Museum Jerke

Das Recklinghäuser Stadtzentrum wird durch ein neues Gebäude geprägt. Architektonisch hebt es sich vom bekannten Stadtbild der Altstadt ab - in Granit-Blau steht das Museum Jerke da. Warum blau? "Weil ich Schalke-Fan bin", sagt Kunstliebhaber Werner Jerke. An diesem Samstag (24.4.16) ist Eröffnung.

RECKLINGHAUSEN

, 22.04.2016, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Museumsbau in Schalke-Blau

Nicht in Königsblau, sondern in dezentem Grau-Blau: das Museum Jerke eröffnet Ende April. Das Glaskunst-Fenster hat der im Oktober gestorbene Wojciech Fangor angefertigt.

Von außen schon fertig, herrscht nur noch im Inneren eine Baustellenatmosphäre. "Ich kontrolliere nicht, wann die Handwerker kommen", sagt Werner Jerke, "das läuft von selbst". Am Sonntag, 24. April, soll das neue Museum in der Recklinghäuser Innenstadt eröffnen und moderne, polnische Kunst zeigen, bis dahin laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Daran, dass es pünktlich fertig wird, hat Jerke keine Zweifel. "Ende März wird hier alles fertig sein, dann nehme ich mir bis zur Eröffnung die Zeit, meine Bilder aufzuhängen".

Restaurant im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss soll zusätzlich zum Museum auch ein Restaurant entstehen. Gemeinsam mit dem Koch Matthias Ruta, der auch aus der Fernseh-Serie Kochduell bekannt ist, hat Jerke hierzu eine GmbH gegründet. "Die Speisekarte wird eine Überraschung sein", sagt Jerke, "aber es soll hochwertige, bezahlbare Küche mit einem Akzent auf Wein geben". Täglich soll das Restaurant - unabhängig von den Museumszeiten - geöffnet sein.

"Die Keimzelle von Recklinghausen" nennt Werner Jerke die Recklinghäuser Altstadt, und hat deshalb dort sein Museum hingebaut. "Ich sammle seit über 30 Jahren Kunst und habe schon im Museum of Modern Art in New York ausgestellt. Irgendwann ist dann der Traum vom eigenen Museum aufgekommen", erklärt er. Dass er sich mit dem "Museum Jerke" ein eigenes Denkmal setzt, nimmt der Augenarzt hin. "Wer das so sehen will, soll das tun", sagt er. "Außerdem finanziere ich das komplette Museum selbst. Ohne Unterstützung von der Stadt oder vom Land".

"Verwalte Kunst nur"

Kunst, erklärt der Augenarzt weiter, verstehe er ohnehin nicht als Eigentum. "Ich verwalte sie nur und sehe mich verpflichtet, sie anderen zu zeigen und sie nicht im Keller zu verstecken". Auf zwei Etagen werden die Besucher ab April die Sammlung Jerkes besichtigen können.

Mit der aktuell in der Kunsthalle Recklinghausen gezeigten polnischen Volkskunst haben seine Werke aber nichts gemein. "Ich sammle hochwertige, moderne Kunst aus Polen", erklärt der Mediziner. Seine Begeisterung dafür habe er während seines Geologie-Studiums in Krakau entdeckt.

600 gesammelte Werke

"Da kommt man gar nicht umher, sich in die Kunst zu verlieben", so Jerke, der mit 25 Jahren nach Deutschland kam und dann Medizin studierte. Über die Jahre hat er an die 600 Werke gesammelt. Wenn sein Museum startet, soll es zunächst freitags und samstags öffnen. Mit polnischen Galerien, mit denen der 58-jährige Kunstliebhaber Kontakte pflegt, möchte er zwei bis drei Wechselausstellungen im Jahr anbieten.

Ein besonderes Schmuckstück des Gebäudes ist das Glaskunst-Fenster des im Oktober gestorbenen Künstlers Wojciech Fangor. Jerke: "Das hat er extra für das Museum angefertigt."

Museum Jerke: Polnische Avantgarde der 1920er-Jahre und die polnische Moderne der Nachkriegszeit, Eröffnung am 24.4., Johannes-Janssen-Straße 7, Fr 14-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr, Führungen nach Vereinbarung, Tel.(02366) 104188.

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