Musik aus dem Bauch

MITTE Max Mutzke hat einen Pfund, mit dem er wuchern kann. Seine Stimme ist an Prägnanz kaum zu überbieten. Gemeinsam mit dem Tatort Jazz Orchester trat der Sänger am Sonntagabend zum Abschluss des Bochumer Musiksommers auf der Volksbank-Bühne auf.

von von Peer-Boris Weichsel

, 08.09.2008, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Zusammenarbeit zwischen Max Mutzke und dem Tatort Jazz Orchester funktionierte gut.

Die Zusammenarbeit zwischen Max Mutzke und dem Tatort Jazz Orchester funktionierte gut.

Er hinterließ einen bleibenden Eindruck. "Musik kommt aus dem Bauch und genau das ist es, was uns zusammen bringt", sang Mutzke gleich eingangs und legte im zweiten Song nach "Es ist schön, heut in Bochum zu sein". Die knapp 1500 Zuhörer hatte er schnell erreicht.

Spontan und lustvoll kam das Zusammenspiel der einmaligen Formation daher. Die Rollen waren dabei klar verteilt: Hier der Star, der einem Millionenpublikum durch Stefan Raab und Grand-Prix bekannt ist, dort die 15-köpfige Band, die in kleinerer Besetzung jeden Mittwoch im Thealozzi jazzt. Deren Schlagzeuger Uwe Kellerhoff hatte maßgeblich dazu beigetragen, die Stücke von und für Mutzke zu arrangieren. Und es funktionierte.

Genau genommen konnte es aber auch nicht schief gehen. Denn der Sänger war locker, unterhaltsam und witzig. Er hatte alles im Griff und präsentierte seine bekanntesten Songs. "Can´t wait until tonight" fehlte ebenso wenig wie "Schwarz auf Weiß" und "Mein Automobil", mit dem der Abend beschlossen wurde und er die Bochumer nach Hause schickte.

Witz und Charme

Milli Häuser dagegen konnte einem schon ein bisschen leid tun, musste sie doch vor Mutzkes Auftritt die erste Hälfte des Abends bestreiten. Sie moderierte und sang mit Witz und Charme. Und das Publikum klatschte brav. Dabei trugen die Bochumerin und die Tatort Jazz Hausband eine abwechslungsreiche und musikalisch hochwertige Show vor. Gast-Saxophonistin Marie Schröck und Trompeter Dmitrij Telmanov spielten Eigenkompositionen, wobei vor allem Schröck mit dem orientalisch angehauchten Stück "Verdammte Hacke" für Stimmung sorgte. Häuser beendete ihr Programm mit einer eigenen Fassung des Jacques Brel Klassikers "Amsterdam".