Musik der Synagoge aus der Vergessenheit holen

BOCHUM Jüdische Musik setzen viele Menschen mit Klezmer gleich. Und in den Synagogen kommt die westliche Musikkultur fast nicht vor. Das soll sich ändern. Erstmals gibt es im Ruhrgebiet eine Biennale "Musik der Synagoge".

von von Ronny von Wangenheim

, 22.10.2008, 19:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Musik der Synagoge aus der Vergessenheit holen

Hinter dem ambitionierten Projekt, das mit Blick auf die Kulturhauptstadt 2010 entwickelt wurde, steckt Dr. Manfred Keller (Foto) vom Evangelischen Forum Westfalen. Er hat vor Jahren Erich Mendel entdeckt, der erst in Bochum als Kantor der jüdischen Gemeinde, später dann in den USA eine der größten Sammlungen jüdischer Musik zusammen getragen hat. Aus den USA kamen dann später auch Notenblätter mit Kompositionen Mendels.

Drei Konzerte Drei Konzerte sind es in diesem Jahr zum Auftakt. Bewusst findet eines davon außerhalb Bochums in Gelsenkirchen statt. Zum Auftakt treten "Mendels Töchter" am kommenden Sonntag in der Bochumer Synagoge auf und spielen eigene Kompositionen aber auch Melodien von Erich Mendel.

Prominente Unterstützung kommt vom Leipziger Synagogenchor, der sich seit mehr als 40 Jahren der Pflege und Bewahrung synagogaler Musik des 19. und 20. Jahrhunderts widmet. Er wird am 1. November im Thürmer-Saal auftreten.

Projekt für 2010 Weitaus größer soll das Programm 2010 sein, dafür hat sich Dr. Keller bereits der Unterstützung der Stadt Bochum versichert und auch mit der Ruhr.2010 GmbH gibt es Gespräche über eine Projektzusammenarbeit. Neben Konzerten soll es dann Workshops, Vorträge, Symposium oder Fahrten geben. Vor allem die Chöre und Instrumentalgruppen der vielen jüdischen Gemeinden des Ruhrgebiets sind bei den Workshops gefragt. Schließlich sollen die vergessenen Werke wieder dort erklingen, wo sie einst zu hören waren, in den europäischen Synagogen.