Musik-Schule muss wegen Lärmbelästigung schließen

Vermieter kündigt nach Beschwerden

Jetzt liegt es ihr vor - schwarz auf weiß: Der Vermieter hat Margarita Lebedkina die Kündigung ihrer Wohnung zukommen lassen, die gleichzeitig eine Musikschule für Kinder ist. Beschwerden über Lärm hatten Überhand genommen. Doch endgültig Schluss ist mit dem Musik-Unterricht nicht.

HOMBRUCH

, 22.09.2016, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Musik-Schule muss wegen Lärmbelästigung schließen

Die Stühle bleiben leer, die Tasten unbespielt: Margarita Lebedkina (37) kann in Hombruch keinen Musikunterricht mehr für Kinder geben. Auch Lebensgefährte Roman Haas ist enttäuscht.

Zukünftig bleibt es also still in den Räumen, die aus zwei Mieteinheiten besteht – einer privaten Wohnung und angegliederten Räumlichkeiten für eine kleine Musikschule in einem Hinterhofbereich an der Harkortstraße 52. Dass es so viele Beschwerden seitens der Nachbarschaft über Lärmbelästigung gegeben habe, kann die 37-jährige Mutter nicht verstehen.

Schließlich existiert ihre Klavier- und Pianoschule an gleicher Stelle bereits seit rund dreieinhalb Jahren. Die studierte Musikpädagogin und Konzertpianistin gibt speziellen Musikunterricht für Kinder ab zwei Jahren. Viele Hombrucher Eltern haben ihren Nachwuchs in die Hände der erfahrenen Musikerin gegeben, auch Geschwisterkinder haben den spielerischen Umgang mit Musik in jungen Jahren in der Musikschule „Margarita“ erlernt.

Vielleicht war der Kinderlärm im Hinterhof zu laut?

Die Kinder seien stets gerne in die Musikschule gegangen. Rund 30 Kinder in etwa fünf kleinen Gruppen von fünf bis sechs Kindern seien in der Woche zum Unterricht erschienen, hinzukamen noch einige Einzelunterrichtsstunden. Vielleicht sei der Kinderlärm im Hinterhof den Nachbarn ein Dorn im Auge – oder vielmehr im Ohr – gewesen? Margarita Lebedkina kann nur mutmaßen.

Wie es jetzt weitergehen soll – die junge Mutter weiß es nicht. Privat zieht sie erst mal um. Leider raus aus Hombruch, denn dort etwas Passendes zu finden, schien schier unmöglich. Zwei Flügel, ein Klavier, ein E-Piano, Baby, Haustiere und Möbel müssen mit. „Ohne meinen Lebensgefährten würde ich das alles gar nicht schaffen“, sagt die junge Mutter über Roman Haas. Für ihre Musikschule hat die Pianistin noch keine neuen Räume gefunden.

Übergangsweise soll es vereinzelt Unterricht im AWO-Haus in der Bittermark geben; dort steht noch ein Klavier der Lehrerin. Aber viele Hombrucher Eltern haben kein Auto, können die Musikschule nicht mehr erreichen. Dass die Musikschule nun weg muss, bedauerten viele Eltern sehr, sagt Lebedkina. 

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