Musikzentrum Bochum soll am 28. Juni 2015 fertig sein

Baubeginn

Bequem parken vor dem Kneipenbesuch im Bermudadreieck in Bochum, das geht jetzt nicht mehr. Jetzt werden die Bauzäune um das Freigelände gezogen, auf dem das Musikzentrum Bochum entsteht. Kulturdezernent Michael Townsend sagt vor dem Baubeginn: "Die wichtigste Botschaft ist: Das Projektbudget wird eingehalten."

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 23.09.2013 / Lesedauer: 3 min

32,9 Millionen Euro darf das Musikzentrum kosten. Damit das klappt, wurde der Entwurf bis ins kleinste Detail geplant. Nachträgliche Änderungen, wie es sie bei der Hamburger Elbphilharmonie während der Bauzeit gab, wird es, darf es nicht geben. "Wir können später keine Steckdose mehr zusätzlich einbauen", sagt Townsend.

Etliche Mails haben die Stadt erreicht: "Baut ihr eigentlich wirklich?" Ein Jahr hat die Planung gedauert. "Rekordzeit für ein Projekt dieser Größenordnung", sagt Frank Allmeroth, Leiter der Zentralen Dienste der Stadt. Rund 150 Planer, städtische Mitarbeiter, Gutachter, Ingenieure und Architekten sind beteiligt.

Grundsteinlegung im März 2014

Jetzt kommen 100 Bauarbeiter dazu. Rasant soll es weiter gehen. Im Oktober wird die Baustelle eingerichtet und seitliche Anbauten der Marienkirche abgerissen, im November wird mit dem Aushub begonnen, die Grundsteinlegung ist für März 2014 vorgesehen.Am 29. Juni 2015 wird das Musikzentrum fertig sein. Der Zeitplan ist zwingend, da sonst Fördergelder verfallen.

Funktionalität steht im Mittelpunkt

Alles ist auf Funktionalität ausgerichtet. "Null Luxus im Gebäude", sagt Townsend, "es wird etwas, was zur Stadt Bochum passt." Dafür sei es gelungen, die von Generalmusikdirektor Steven Sloane gewünschte Raumvolumen von 14 000 Kubikmetern zu erreichen. Damit können die Symphoniker im großen Saal auch die Werke der Spätromantik spielen.

Saal mit 964 Plätzen Der 964 Plätze fassende Saal wurde so aufgebaut, dass das Orchester vom Publikum umringt wird. Auch das ein Wunsch von Sloane. In einem weiteren Raum, dem Multifunktionssaal finden 300 Zuhörer Platz. Dazwischen wird die Marienkirche das eindrucksvolle Foyer bilden. Kartenverkauf und Garderobe finden hier Platz. Aber auch künstlerisch kann der Bau genutzt werden.

Kirchenfenster als Dauerleihgabe

Zwei gute Botschaften hat der Kulturdezernent am Ende der Planungsphase. Bei den Toiletten im Keller der Kirche wird es für die Damen mehr Kabinen geben als vorgeschrieben, um lange Schlangen in der Pause zu vermeiden. Und die katholische Kirche hat signalisiert, dass sie die alten Kirchenfenster aus den 50er-Jahren, die seit Langem ausgebaut sind und als verschollen galten, dem Musikzentrum als Dauerleihgabe überlässt.