Mutmaßlicher Todesschütze von Villingendorf gefasst

Drei Tote bei Familiendrama

Nach tagelanger Suche konnte die Polizei am Dienstag den mutmaßlichen Todesschützen des Familiendramas von Villinendorf fassen. Er soll am Donnerstag seinen Sohn, den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen haben und war seitdem auf der Flucht. Ein Hinweis aus der Bevölkerung soll den Zugriff ermöglicht haben.

VILLINGENDORF

19.09.2017, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeibeamte hatten nach dem Familiendrama mehrfach große Suchaktionen durchgeführt. Am Dienstag konnte der mutmaßliche Täter gefasst werden.

Polizeibeamte hatten nach dem Familiendrama mehrfach große Suchaktionen durchgeführt. Am Dienstag konnte der mutmaßliche Täter gefasst werden.

Der mutmaßliche Todesschütze von Villingendorf am Rand des Schwarzwalds ist der Polizei wenige Tage nach der Bluttat ins Netz gegangen. Um 16.30 Uhr am Dienstag erhielt das Polizeirevier in Rottweil einen Hinweis aus der Bevölkerung über die Notrufnummer 110, wie ein Polizeisprecher erzählte.

Schon zehn Minuten später - also gegen 16.40 Uhr - traf eine Zweimannstreife auf den 40 Jahre alten Gesuchten. „Sie sind vorläufig festgenommen“, rief ein Polizist ihm zu. Der Flüchtige leistete keinen Widerstand, die Handschellen klickten. Bei dem Kroaten stellte die Polizei nach dpa-Informationen auch eine Langwaffe sicher, die seit den tödlichen Schüssen auf die drei Opfer am vergangenen Donnerstag vermisst worden war.

Bis zum Eintreffen weiterer Ermittler sicherten die Beamten den mutmalichen Dreifachmörder im Polizeiauto. Am Dienstagabend wurde der 40-Jährige in die Kriminalpolizeidirektion nach Rottweil gebracht.

Dringender Tatverdacht: Drei Menschen erschossen

Der Kroate steht unter dringendem Verdacht, am vergangenen Donnerstagabend seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen zu haben. Sein Sohn war wenige Stunden vor dem Verbrechen eingeschult worden.

Die Ex-Frau des Mannes konnte fliehen; sie war danach von der Polizei an einem sicheren Ort untergebracht und rund um die Uhr bewacht worden.   

Ermittler hatten auch im Auslang gefahndet

Innenminister Thomas Strobl (CDU) zeigte sich nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters von Villingendorf „total erleichtert und stolz“. „Ich bin erleichtert, dass der Tatverdächtige gefasst ist und keine Gefahr mehr für die Bürgerinnen und Bürger darstellt. Die schreckliche Bluttat und der flüchtige Tatverdächtige haben die Menschen tief aufgewühlt und verunsichert“, sagte Strobl nach der Festnahme. An diesem Mittwoch wollte die Polizei bei einer Pressekonferenz weitere Informationen bekanntgeben.

Mit dem Fall hatte sich die aus 63 Beamten bestehende Sonderkommission „Hochwald“ befasst. Die Ermittler hatten offensiv nach dem Kroaten gefahndet, auch im Ausland wurde nach dem 40-Jährigen gesucht. Mehrere Hundert Anrufe gingen auf dem Hinweis-Telefon der Sonderkommission ein, wie die Polizei mitteilte. Der entscheidende Hinweis jedoch kam dann über die 110. 

100 Beamte durchsuchten Waldgebiet

Am Dienstag hatte die Polizei mit rund 100 Beamten in einem Waldgebiet rund um Villingendorf (Kreis Rottweil) nach Spuren des Täters gesucht. Nach dem Verbrechen sollen dort nach Angaben aus der Bevölkerung Schüsse gefallen sein. Die Staatsanwaltschaft setzte am Dienstag zudem eine Belohnung von bis zu 5000 Euro aus.

Bei der 60-köpfigen Sonderkommission gingen auf dem Hinweis-Telefon nach Angaben der Polizei mehrere Hundert Anrufe ein. Am Abend wollte die Polizei bei einer regulären Elternversammlung Fragen beantworten und darauf hinweisen, dass es sich um eine Beziehungstat handele und Unbeteiligte nichts zu befürchten haben.

Nach seiner Flucht fand die Polizei ein Auto mit Kurzzeitkennzeichen, das sich der Mann legal besorgt hatte. Die Ex-Frau des Mannes war an einem sicheren Ort untergebracht und wurde rund um die Uhr bewacht. 

von dpa