Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger: Anklage erhoben

An der RUB

Er soll zwei Studentinnen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) vergewaltigt haben. Nun wurde Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Neben Vergewaltigung muss sich der 32-Jährige aber noch wegen anderen Vorwürfen verantworten.

BOCHUM

, 16.02.2017, 16:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutmaßlicher Uni-Vergewaltiger: Anklage erhoben

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat den geplanten Vortrag eines Palästina-Aktivisten abgesagt. Aus Sorge vor einem möglichen Aufruf zu einem Boykott Israels.

"Die Anklage ist eingegangen", bestätigte Michael Rehaag, Vorsitzender Richter am Bochumer Landgericht am Donnerstag. Neben Vergewaltigung wird dem Mann auch Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung und Diebstahl vorgeworfen. So soll der 32-Jährige seinem zweiten Opfer nach der Tat auch noch 10 Euro entwendet haben.

Nicht verantworten muss er sich wegen versuchten Mordes. Rehaag geht davon aus, dass ein Prozess zeitnah beginnen wird, sofern dem Antrag zugestimmt wird. Der Beschuldigte sitzt aktuell in Untersuchungshaft.

Freund eines Opfers spürte den Mann auf

Der Mann soll die beiden Studentinnen im August und Dezember des vergangenen Jahres in der Nähe der Bochumer Ruhr-Universität vergewaltigt haben. Die Polizei hatte bereits einen Massen-DNA-Test ins Auge gefasst, um den Schuldigen zu fassen, dann wurde er aber im Dezember auf geradezu spektakuläre Art und Weise gefasst.

Der Freund des zweiten Opfers hatte dem Mann Wochen nach der Tat in der Nähe des Tatortes im Gebüsch aufgespürt und Fotos gemacht. Laut Polizei deutete alles darauf hin, dass der Mann eine weitere Tat vorbereite. Mit den "erstklassigen Bildern", wie Kriminalhauptkommissar Roland Wefelscheidt das Material genannt hatte, konnte die Polizei den Tatverdächtigen wenig später ausfindig machen. Er gab eine Speichelprobe ab, die mit den DNA-Spuren von beiden Taten übereinstimmte. 

Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann hatte wegen der DNA-Spuren bereits vom Täter statt vom mutmaßlichen Täter gesprochen. "Ich halte diesen Tatnachweis für sehr überzeugend, einen besseren Beweis sehe ich im Moment nicht und deshalb sprechen wir auch schon von dem Täter", hatte Bachmann gesagt.

Der Angeklagte lebte mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe der Tatorte. 

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