Mutter im Münsterland gibt Tochter (3) regelmäßig Methadon – Kind in Lebensgefahr

Landgericht Münster

Eine 34-Jährige im Münsterland hat ihrer kleinen Tochter regelmäßig Methadon verabreicht. Methadon wird als Ersatzdroge für Heroin verwendet. Warum die Mutter das tat, erklärte sie vor Gericht.

Münster

, 30.01.2020, 15:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirksamkeit und wird auch als Ersatzdroge für Heroin verwendet.

Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirksamkeit und wird auch als Ersatzdroge für Heroin verwendet. © picture alliance / dpa

Eine 34-jährige Frau aus Steinfurt, die ihrer Tochter regelmäßig Methadon verabreicht hat, ist vom Landgericht Münster zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Richter bestraften die deutsche Angeklagte am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Mit der Erziehung überfordert – Kind schlief nicht durch

Die 34-Jährige hatte im Prozess ein volles Geständnis abgelegt und dabei geschildert, wie sehr sie mit der Erziehung ihrer Tochter überfordert war. Da sie selbst seit Jahren regelmäßig Beruhigungsmittel einnehme, habe sie irgendwann damit begonnen, auch ihrem Kind eine tägliche Dosis zu verabreichen.

Nach Angaben der Angeklagten hatte ihre dreieinhalbjährige Tochter erhebliche Schwierigkeiten mit dem Ein- und Durchschlafen. Diese Probleme habe sie mit der Methadongabe lindern wollen. Laut Urteil war die Dosis aber so hoch, dass das Mädchen jederzeit hätte sterben können. Nach einem Entzug hat sich die Tochter inzwischen erholt.

dpa

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