Mutter schummelt bei Hochschulprüfung für ihren Sohn und muss in Haft

Studium

Aus Sorge, ihr Sohn schaffe den Uni-Abschluss nicht, griff eine Mutter aus Kalifornien tief in die Tasche. Eine dritte Person sollte die Online-Kurse absolvieren. Der Schwindel flog auf.

Los Angeles

16.07.2020, 07:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Frau zahlte 9000 Dollar (7900 Euro), damit jemand im Namen ihres Sohnes Online-Kurse absolviert.

Eine Frau zahlte 9000 Dollar (7900 Euro), damit jemand im Namen ihres Sohnes Online-Kurse absolviert. © picture alliance/dpa

Weil sie ihrem Sohn mit betrügerischen Mitteln zu einem Universitätsabschluss verhelfen wollte, ist eine Frau aus Kalifornien zu fünf Wochen Gefängnis verurteilt worden.

"Ich habe aus Liebe zu meinem Sohn gehandelt"

Nachdem der Sohn der 57-Jährigen an der Georgetown-Universität eine Verwarnung wegen nicht zufriedenstellender akademischer Leistungen erhalten hatte, zahlte die Frau einer dritten Person 9000 Dollar (7900 Euro), damit diese in seinem Namen vier Online-Kurse absolvieren würde und der Sohn 2018 seinen Abschluss machen könnte.

Als einer der Kurse nur mit der Note "befriedigend" bewertet wurde, forderte die Frau einen Preisnachlass. Vor Gericht bat sie um Milde und erklärte, sie bedaure ihr Vorgehen. "Ich habe aus Liebe zu meinem Sohn gehandelt, aber letztlich habe ich ihm sehr geschadet", sagte sie. Wegen der Corona-Pandemie erschien sie in einer Video-Schalte vor Gericht. Die Frau aus Newport Beach hatte sich im Januar in dem Fall schuldig bekannt.

Hochschulskandal mit mehr als 50 Angeklagten

US-Bezirksrichterin Allison Burroughs sagte, die Frau habe ihren Sohn gelehrt, "dass es okay ist zu betrügen, dass es okay ist, Abkürzungen zu nehmen". Der Sohn müsse lernen, dass man sich anstrengen und für Dinge arbeiten müsse. "Leider lernt er das hier auf die harte Art", sagte die Richterin.

Das Urteil ist Teil des Hochschulskandals, in dem mehr als 50 Personen angeklagt wurden, darunter auch Prominente wie der frühere Football-Spieler David Sidoo sowie die Schauspielerin Lori Loughlin und ihr Mann, der Modedesigner Mossimo Giannulli. Betroffen waren Elite-Universitäten in den gesamten USA.

Nach Behördenangaben arbeiteten die Eltern mit einem im Zentrum des Schwindels stehenden Immatrikulationsberater zusammen, um ihre Kinder Prüfungen bestehen zu lassen oder ihnen mithilfe vorgetäuschter sportlichen Leistungen Zugang zu bestimmten Hochschulen zu verschaffen.

RND/AP

Lesen Sie jetzt