Mystische Klänge aus vergessenen Zeiten

The Gregorian Voices

In der St. Vinzentiuskirche in Harpen kam am Donnerstag, 9. April, besinnliche Stimmung auf. Kein Abendgottesdienst, sondern orthodoxe Choräle, bis hin zu John Lennon in Opernstil, waren aus der Kirche zu vernehmen.

HARPEN

von Silvana Mammone

, 12.04.2015, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Chor sorgte durch sein Auftreten und durch seinen Gesang für besinnliche Stimmung.

Der Chor sorgte durch sein Auftreten und durch seinen Gesang für besinnliche Stimmung.

Ursprung dieser außergewöhnlichen Klänge war der berühmte Chor The Gregorian Voices, bestehend aus sieben Gesangs-Solisten sowie ihrem künstlerischen Leiter Georgi Pandurov. Mit ihren traditionellen Klostergesängen schufen die acht Vorzeigesänger, zumindest in der ersten Hälfte des Konzertes, einen etwas anderen Ort der Ruhe.

Mysteriös

Die Abendsonne scheint noch durch die bunten Fenster der kleinen Harpener Kirche, als der mysteriös vermummte Chor Position bezieht. Hochkonzentriert, Seriosität und Ruhe ausstrahlend streifen die Sänger die Kapuzen von ihren Köpfen, falten die Hände und beginnen zu singen.

Dabei ist jede Bewegung synchron, ihre Haltung stets gefasst. Mit ihren Liedern verhält es sich wie mit dem Betreten einer altertümlichen Kirche. Selbst derjenige, der nicht religiös oder gläubig ist, kann sich der überwältigenden, umfassenden Ruhe des hoheitlich wirkenden Raumes nicht entziehen. Der Chor begeisterte nicht nur durch seine wohlklingende Einstimmigkeit, sondern ebenso durch die Brillanz der jeweiligen Solostimmen.

Zudem ist das Programm eine Zeitreise durch die lange Geschichte christlicher Kirchenmusik. Neben traditioneller, mittelalterlicher Gregorianik, gehören auch orthodoxe Kirchengesänge sowie Lieder der Renaissance und des Barock zu ihrem Repertoire. In der zweiten Hälfte des Konzertes wurden das traditionsreiche Programm und die mystische Atmosphäre dann durch diverse Popsongs, Gregorianik meets Pop genannt, aufgebrochen.

Mönchskutten

Somit ging es auch amüsant zu, als acht in Mönchskutten gekleidete Sänger „We are the world, we are the children“ trällerten. Leider wirkten die Popsongs weniger mitreißend und eher wie das Anbandeln an ein breiteres Publikum.

Immerhin zeigte die Standing Ovation am Ende des Konzertes, dass die Strategie zu wirken scheint. Mit den Worten der Gregorian Voices gesprochen: „Thank you for the Music!“

Weitere Termine: 15. April in Köln in der Lutherkirche), 16. April in Krefeld in der Alten Kirche Krefeld und am 17. April in Marl in der ev. Pauluskirche