NABU zeichnet "Schwalbenfreundliches Haus" aus

Auszeichung

DEUSEN Ein Schwalbennest unter dem Dach? Da sind nur wenige Hausbesitzer begeistert. Kot an der Fassade, Kot auf der Erde. Alfred Schlatt aus Deusen macht das gar nichts aus. Im Gegenteil.

von Von Matthias vom Büchel

, 16.07.2010 / Lesedauer: 2 min

„Mein Vater liebt die Schwalben“, berichtete Bettina Schlatt, die die Auszeichnung für ihre Eltern entgegennahm. Dass die Vögel Arbeit machen, sei kein Problem. Einmal im Jahr würde halt vor dem Haus der Hochdruckreiniger geschwungen und die Fassade gesäubert. Auch die künstlichen Nester werden immer wieder für die zurückkehrenden Schwalben vorbereitet. Mal früher, mal später, je nachdem wie hart der Winter ist. „Denn hängt man die Nester zu früh auf, machen sich die Spatzen in ihnen breit“, wissen Klaus Horn und Petra Barwe vom NABU-Stadtverband.

In Deusen überreichten sie eine zweite Urkunde an Heribert Diederich, der in einem Mietshaus wohnt und extra Holzbretter unter den Nestern anbrachte, damit der Vogelkot nicht auf den Bürgersteig fällt. Die Nester abgerissen hätte er nie. Nicht weil es verboten ist, sondern weil ihm etwas an den Schwalben liegt. Die haben nämlich immer weniger Lebensraum in Dortmund. Einzig der Nordwesten und der Osten, so Petra Barwe hätten noch genügend landwirtschaftliche Flächen, die diese Vögel zum Leben brauchten.

„Deusen mit seinen Feldern und Freiflächen in der Nähe, ist ideal für die Schwalben“, schwärmt Klaus Horn, der schon weit mehr als 100 Nester in seinem Ort entdeckt hat. Durch die NABU-Aktion, hoffen Petra Barwe und Klaus Horn, werden vielleicht noch mehr Hausbesitzern die Schwalben als Untermieter akzeptieren.

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