Nach Bratpfannen-Explosion: Ermittlungen gegen Fest-Verantwortlichen

Unfälle

Die Polizei ermittelt nach der Explosion einer Bratpfanne auf einem Dorffest gegen einen Verantwortlichen des Heimatvereins. Er hätte auf Problem mit der selbstgebauten Pfanne nicht angemessen reagiert.

Freudenberg

30.06.2020, 12:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Explosion einer übergroßen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland hat zwei Todesopfer gefordert.

Die Explosion einer übergroßen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland hat zwei Todesopfer gefordert. © picture alliance/dpa

Nach der Explosion einer riesigen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland mit zwei Toten im September ermittelt die Polizei gegen einen Verantwortlichen des örtlichen Heimatvereins. Im Raum steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten.

Der Mann sei ein Verantwortlicher für das Fest in Freudenberg im vergangenen Jahr gewesen, bei dem das Unglück geschah. Mittlerweile lägen Gutachten vor, die die Ereignisse rekonstruierten. Die Explosion der Pfanne auf dem Brauchtumsfest im Ortsteil Alchen wurde den Angaben zufolge von einer Verkettung verschiedener Umstände ausgelöst.

Bei dem Gerät habe es sich um eine selbstgebaute Brat-Konstruktion gehandelt, die schon seit Jahrzehnten im Besitz des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen gewesen sei. In einem Hohlraum zwischen Boden und Deckel war demnach Öl eingeschlossen, das beim Erhitzen zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung führen sollte. Boden und Deckel wiederum waren durch Metallstreben miteinander verschweißt. Zum Druckausgleich gab es ein Ventil.

Beteiligte hatten bemerkt, dass etwas nicht stimmte

Ein Problem: Dem Alter der Konstruktion entsprechend war auch das Öl gealtert und sein Siedepunkt dadurch gesunken. Es dehnte sich bereits bei geringerer Wärme stark aus. Ein weiteres Problem: Das Ventil zum Druckausgleich war geschlossen. Beim Erhitzen wölbte sich der Bräter, im Boden entstanden mehrere Löcher. Durch diese spritzte heißes Öl auf die offene Flamme eines Gasbrenners.

Die Folge: Eine Explosion. Zwei Frauen starben, mehrere andere Menschen wurden schwer verletzt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten Beteiligte sogar bemerkt, dass irgendetwas mit der Bratpfanne nicht stimmte. Als sie sich wölbte, sei ein Verantwortlicher des Festes informiert worden, der sich mit ihrer Funktionsweise ausgekannt habe. Der Mann habe aber nur die Energiezufuhr reduziert, so die Staatsanwaltschaft. Der Betrieb sei weiter gelaufen. Gegen diesen Mann werde nun ermittelt.

dpa

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